Tiere

Vor Pfauen warne ich dringend …

KAUFEN SIE BLOSS KEINE FÜR IHREN GARTEN! Die machen alles kaputt, weil sie besonders gern und konsequent Blüten fressen. Sie kreischen entsetzlich zu den erstaunlichsten Tageszeiten, kacken ungewöhnlich viel an den falschen Stellen, werden in den seltensten Fällen zutraulich und treu sind sie auch nicht unbedingt. Ich hatte mal die reizende Idee, meinen Eltern für ihre Finca ein Pfauen-Pärchen zu kaufen, aber es kam gar nicht gut an: Nach nur einer Woche suchten sie händeringend einen Abnehmer. Bei mir landete gestern ein Weibchen im Garten. Als selbst ernannten Geschenk! Wir haben es sofort zu Dritt vertrieben, ehe es Unheil anrichten konnte. Klar, stolzieren Pfaue herum und die Männchen schlagen ihr herrliches Rad, fühlt man sich wie Harun al-Raschid in seinem 1001 Nacht-Liebeshain, aber die Realität sieht anders aus!

Die Spitzmäuse dringen vor!

Kein Problem auf der Hand …
… denn so winzig sind sie

ES SIND PUTZIGE GESELLEN, kaum größer als eine große Kakerlake, mit grauem, samt- weichen Fell und einem geröteten Schnäuzchen: Spitzmäuse. Nützlich sind sie, weil sie das lästige Insektenzeug jagen, und im Haus fühlen sie sich – Gottseidank – nicht wohl. Warum sie, wie jetzt die Gärtner berichten, verstärkt auftreten, ist bisher ungeklärt, ich hatte eine in meinem Geräte- schuppen (siehe Foto neben einem Fläschchen), bei den Nach- barn huschten sie durchs Gebüsch. Man kann die Spitzmäuse in die Hand nehmen, was ich bei einer Ratte nicht wagen würde, und nun könnte man sie a) willkommen heißen als Komplizen gegen die Asseln und Hundertfüßler, und b) begrüßen als Bereicherung der Insel-Fauna. Dennoch bleibt die etwas beunruhigende, weil ungeklärte Frage: Wo kommen diese Tierchen so plötzlich her, und was mag da noch so alles folgen?

Ratten? Nein, Siebenschlaefer …

Eine Ratte …
… ein Siebenschläfer …
… und ein Eichhörnchen

ALS MEINE FRAU 1973 ZUM ERSTEN MAL NACH MALLORCA KAM, wollte meine Mutter (ihre Schwiegermutter) ihr den Schock ersparen, den Ratten gemeinhin auslösen. Wir wohnen auf dem Land und in den Bergen, Ratten sind nicht zu vermeiden, und auch nicht auszurotten, sie werden bei uns bis zu 25 cm lang (ohne Schwanz) und sind furchtlos bis aufdringlich. Also log meine Mutter, indem sie behauptete, was da herumhusche, seien niedliche und sehr nützliche Siebenschläfer! Ein paar Wochen glaube meine Frau das, aber schließlich dämmerte ihr die Wahrheit und seitdem grault sie sich vor den Ratten. – Jetzt las ich eine ähnliche Geschichte in William Graves‘ bezau- berndem Buch „Wild Olives“. Da sagt seine Frau Elena zu einem Gast in ihrem Hotel, als die eine Ratte sah: „Oh, that! That’s the Majorcan squirrel which loses its tail-hair in summer. It stores up almonds in September and lives off them all winter.“ Was noch kurioser ist als Mutters Siebenschläfer-Lüge: Die Ratte sei ein Mallorca-Eichhörnchen und die verlören im Sommer ihre Schwanzhaare! Jetzt kann jeder, der seinen Kindern, Ehefrauen, Müttern, Tanten und Mallorca-Neulingen ganz allgemein die Existenz von Ratten verschleiern möchte, zwischen zwei Tierarten wählen …

… und nun sind die Fisch-Esser dran!

Dorade auf Spargel – bald verboten?

ES MUSSTE JA SO KOMMEN! Aber keiner konnte voraussehen, dass es derart blödsinnig werden würde, wenn sich die angeblichen Klima- mit den angebli- chen Tierschützern verbinden. Noch treten diese Freaks anonym auf, so wie jener „roninpalma“, der einen Leserbrief missbrauchte (diese Frühform der entsetzlichen „Social Media“), um in einer Inselzeitung folgenden Sermon abzulassen: „Der … auf Mallorca weitaus höhere Konsum von Fisch hat ebenso Folgen fürs Klima, denn die wenigsten Fische springen mittags freiwillig vom Meer in die Pfanne, sondern werden oft ein entfernt irgendwo draußen auf dem Meer ums Leben gebracht, tiefgefroren und dann zu den Häfen transpor- tiert …“. Satirisch eine Perle, intellektuell eine Niete, thematisch die finsterste Zukunft: Solche Typen wer- den bald auch den Reißverschluss am Hosentürl verbie- ten, weil er sich in Gegenwart von Frauen zu schnell öffnen lässt …

Psst! Auf Schmetterlinge achten …

Waldbrettspiel
Saateule
Postillon
Distelfalter
Monarch
Mauerfuchs

ES SIND DIE SCHÖNSTEN TIERE DER INSEL (sorry, Hundefreunde!), aber nicht leicht zu ent- decken: Schmetterlinge. Sie fliegen nicht gerne zu Menschen, es gibt nur noch wenige und außerdem ist es jetzt zu heiß, um auszuschwär- men in die Natur, um diese bezaubernden Designerwesen zu finden. Ich hab’s getan, einen Vormittag lang in meinem Garten – und da kamen sie ange- schwebt, scheu und zart, bunt und pollen-hungrig. Immerhin 42 Arten tag-aktiver Falter gibt es auf Mallorca, aber 800 Arten Nachtfalter. Wobei ich lernte, dass einige Schmetterlinge sich aus der Dunkelheit ins Sonnenlicht verirren, denn mir begegnete eine sogenannte Saateule. Das Schwierigste war, die Schmetterlinge zu identifizieren, aber Gottseidank unterliegen die Eingeborenen auch einer Art lexikalischem Wahn und so kann man für Alles & Jedes ein Buch, eine Broschüre und ein Poster finden, auch für die Flattermänner …

Terror an der Pforte … (Spinnern 1)

An der Hauswand …
… und aus der Nähe

WEIL DIESER SPINNEN-GIGANT AUFGETAUCHT IST! Eine Apulische Tarantel, so groß wie die Handfläche meiner Frau. Die zurückprallte, zitterte und schrie. Ich habe den stärkten Kill-Spray geholt, den wir im Haus hatten, habe das Monster weiß eingesprüht, bestimmt 30 Sekunden lang, bis es sich auf Erbsengröße einrollte – und plötzlich weg war. Und nach einer halben Stunde – scheinbar putzmunter – wieder auftauchte, in Originalgröße. Wie kann eine Tarantel so eine Giftattacke unbeschadet überstehen? Das ist zum Fürchten, nicht weniger als ihr Biss (immerhin ist das eine Vogelspinnen-Variante). Ich habe sie mit einer Sandale erschlagen, bis sie nur noch ein feuchter Fleck auf der Fliese war. Aber dass einem so ein gefährliches Ding überhaupt begegnet auf Mallorca, und dann auch noch an der Haustür, das hat schon was von Terror! 

Das ist der King unter den Killersprays …

… SAGEN DIE EINGEBORENEN EXPERTEN, denen ich vertraue. Es ist eine auffallend hohe und schmale Waffe gegen Fliegen, Mücken, Ameisen, Spinnen, Kakerlaken und Wespen (so steht’s auch mit Bildchen drauf), sie heißt „Killer 51“ und erfüllt zwei Forderungen: 1. Gnadenlose sind zufrieden, weil selbst die größten Feinde sofort tot umfallen. 2. Tierfreunde sind zufrieden, dass die Feinde nicht lange leiden müssen. Ich weiß, in jeder Ferreteria gibt es ungefähr 30 Spraydosen ähnlicher Art und das Seltsame ist, dass bei Anwendung der meisten zum Beispiel Kakerlaken und Riesenspinnen nach/mit einer vollen Ladung weglaufen oder nur scheintot sind. Aber „Killer 51“ ist so stark, dass man aufpassen muss, nicht selbst was vom Spraystrahl abzubekommen! Die Frage nach meinem Tipp dieser Art ist übrigens die, die mir am zweithäufigsten gestellt wird …

 

Da wird Wespen-Unsinn verzapft …

Immer wieder diese nutzlose Nachricht …

NICHT NACH IHNEN SCHLAGEN, heißt es – nein, gewähren lassen, und wenn sich die Wespen so richtig schön sicher fühlen, dürfen sie weitere Artgenossen holen und denen geschieht auch nichts. Bis der Tisch voll ist von ihnen und alle Speisen und Getränke besetzt, und der Mensch flüchtet! Soll’s so ausgehen? Ah, die Experten! Wenn man die Wespen haut, behaupten sie, werden sie böse und stechen. Ach, ja? Ich behaupte dagegen: Wenn ein 200 x größeres Wesen die Wespen attackiert, flüchten sie. So wie ich flüchten würde, wenn ein 200 m großer Riese auf mich los ginge. Wespen, die ich im Flug mit der Hand treffe, drehen entsetzt um und kehren nicht zurück. Weil sie nicht verrückt sind. Man muss ihnen zeigen, dass sie unerwünscht sind, und dass jede Attacke für sie tödlich enden kann. Dann kommen die mit den 1000 Hausmütterchentricks (Orangen, Tomaten, Flüssigfallen …), die seit anno dunnemals nichts nützen. Ich dagegen habe gelernt, dass es sich unheimlich schnell unter den Wespen herumspricht, wenn ich ihnen den Krieg erkläre. Also … – ordentlich nach ihnen schlagen, es ist die einzig sichere Methode, die Plage loszuwerden.

Szenen aus der Natur: Marder am Pool

Nachts an unserem Pool …

SIE TRETEN JETZT VERSTÄRKT AUF, DIE MARDER. Was ich grundsätzlich begrüße, denn sie halten die Ratten in Schach. Ich hatte ja neulich schon berichtet, dass die Marder mit Vorliebe die Physalis-Kirschen aus den Gärten, den Büschen und ihren papiernen Hüllen klauen. Jetzt, in Zeiten der größten Hitze und des Wassermangels, nähern sie sich, von Durst gepeinigt, den Pools, was man dann am nächsten Morgen an den schwarzen Kack-Häufchen erkennt, die sie zum Dank artig auf die Umrandung legen. Nun gelang in einer Nacht diese Aufnahme, die dreierlei beweist: 1. Marder sind ziemlich groß, 2. Sie trinken auch Chlor-Wasser, 3. Sie scheuen den Strahler des Bewegungsmelders nicht. Also, wer noch keinen Mallorca-Marder gesehen hat – genau hingucken!

 

 

 

 

 

 

Lange Schlangen zum Stierkampf …

ER FINDET AM FREITAG, 9. AUGUST, um 21:30 Uhr im Coliseo Balear in Pal- ma statt – zum 90-jährigen Bestehen der Arena. Zwar sucht die Stadt immer noch nach Tricks, die Corrida zu verhindern, aber es sieht definitiv so aus, als würden Morante, „El Juli“, Manzanares und  Roca Rey (derzeit die Nr. 1 unter den Toreros) auftreten können. Nicht nur das: „Daily Bulletin“ meldet lange Schlangen vor den Vorverkaufs- schaltern, der Veranstalter jubelt: „Ich denke, wir werden nahezu ausverkauft sein!“ Weil dieser Stierkampf eine lange Durststrecke der Aficionados been- det – und wohl auf lange Zeit die letzte sein wird. Wütende Proteste sind zu erwarten, die Besucher werden sich durch schimpfende Demonstranten winden müssen. Aber dann Roca Rey live zu sehen, das ist schon was – trotz der Mondpreise von 80 und mehr Euro auf steinernen Sitzplätzen …