Tiere

Schon mal einen Hirsch von rechts gesehen?

ICH NICHT! NICHT MAL VON LINKS ... – es gibt kein Hochwild auf der Insel, abgesehen von den scheuen Bergbewohnern, den Balea- rischen Wildziegen. Und dennoch habe ich an der Ostküste dieses Verkehrsschild gesehen, das davor warnt, dass einem ein Hirsch vors Auto springen könnte. Was ja nicht möglich ist, aber wer oder was ist damit gemeint? Kühe, Pferde, Muli, Esel, Schafe, Ziegen? Oder hat irgendeine verquere EU-Anordnung die Mallorkiner veran- lasst, dieses Wildwechsel-Zeichen völlig sinnlos an ihre in dieser Be- ziehung sicheren Straßen zu platzieren?

 

 

 

Gold umschwirrrt mich …

Die zwei, die ich fing …

EIN BEGLÜCKENDES GEFÜHL: Ein weltweit gefeierter, grüngold funkelnder Käfer taucht in den Blüten Mallorcas auf und zwar so zahlreich, dass ich glaubte, jemand werfe mit Goldstücken nach mir, als ich auf meiner Terrasse saß. Der Goldglänzende Rosenkäfer, lateinisch: Cetonia aurata, den ich vom Amazonas her kannte, weil die Indos Schmuckstücke aus ihnen fertigen. Sie schwirren stumm durch die Luft, etwa 2 cm groß, und jedesmal, wenn sie ihren Rücken der Sonne zuwenden, blitzt es metallisch auf, dann leuchtet es auf zwischen Smaragdgrün und Goldgelb, und wenn mehrere Käfer gleichzeitig unterwegs sind, wirkt das wie eine Szene aus dem Zauberland unserer Kindheit, als gülden gepanzerte Insekten als Götterboten unterwegs waren. Ich konnte Zwei fangen, in eine Kaffeelache setzen, um sie zu betäuben, und aus der Nähe bewundern. Und als sie sich von der Narkose erholt hatten, flogen sie zur nächsten Blume, als sei nichts gewesen. Übrigens: Online werden präparierte Cetoniae auratae für 20 Euro angeboten. Hier auf der Insel fliegen sie gratis. Ganz nebenbei zeige ih hier 9 Briefmarken aus 9 Ländern, die alle diesen kostbaren Käfer feiern …

… und hinterher die Rechnung ohne Dank!

DIES IST EINE GESCHICHTE, die ich anonym erzählen will und nicht illustrieren kann. Ein interessanter Nachbarschaftsfall aus der Insel-Mitte. Er geht so: Ich habe einen Freund, der auf seinem und dem umliegenden Land eine kleine Herde Ponys frei herumlaufen lässt. Mit Einverständnis der Nachbarn. Eines Tages hat ein Nachbar einen Zaun errichten lassen (nichts gegen einzuwenden) und dabei übersehen, dass er eines der Ponys „aus- bzw eingesperrt“ hat (kann passieren in der Wildnis). Es war verschwunden, aber mein Freund ist ein schlauer Fuchs und vermutete nach ein paar Tagen des Nachdenkens sein Pferdchen im Stall des jetzt eingezäunten Nachbarn. Weil es dorthin gelaufen sein müsste, als es nicht mehr Nachhause konnte (ist ja nur natürlich). Er rief an, das Pony war da und er ließ es (mit Dank) abholen. Ein paar Tage später bekam er eine Rechnung: 250 Euro für Unterbringung und Fütterung! Kein Wort der Entschuldigung, dass das Pony aus- bzw eingesperrt worden war. Keine Andeutung von Nachbarschafts- oder Tierhilfe.Mein Freund zahlte und legte noch – als seinen Dank – eine Pralinenschachtel zum Geld. Er hat aber nichts mehr gehört vom Nachbarn. Von wegen „Ach, das ist aber nett – Danke!“ …

Alle loben dieses Schiff

So sieht die neue Fähre von Südfrankreich nach Alcudia aus …

ES IST DIE VON TOULON NACH ALCUDIA. Sie sei fast genauso schnell wie die von Barcelona nach Palma und wesentlich angenehmer, weil es viel mehr Kabinenauswahl gebe. Sie verfüge über 4 ausgezeichnete und preiswerte Restaurants, man könne seinen Hunde überall mitnehmen, die Mannschaft sei von ausgesuchter Höflichkeit, und das Beste: Sie sei mit rund 190 Euro (für eine Strecke) auch noch wesentlich billiger! Franzosen betreiben den Fährverkehr, mit dem man um 19 Uhr in Toulon startet und um 6 Uhr in Alcudia ankommt. Ein Freund sagte sogar: „Du wirst direkt von der Autobahn problemlos zum Schiff geführt – jetzt erinnere Dich mal an das Tohuwabohu im Hafen von Barcelona!“ Ich hab‘ die neue Verbindung noch nicht ausprobiert, weil ich ein Auto auf der Insel habe. Aber ich verlass‘ mich auf die Meinung erfahrener Reisender, deren positive Stimmen sich auffallend mehren. Es scheint, dass sich die Spanier warm anziehen müssen …

Ein riesiges Rudel wartet auf Herrchen & Frauchen …

Das Logo ist gut!

ICH ZIEHE MEINEN HUT VOR DEN MITMENSCHEN, die sich mit Fanatismus der völlig sinnlosen Aufgabe gewidmet haben, das Leid der Hunde auf Mallorca zu lindern. Denn es ist unmöglich, den Wauwis wirklich zu helfen. Für jeden Hund, der adoptiert wird, entstehen genau in diesem Moment 100 neue Waisen-Welpen. Um sich als mitfühlender Tierfreund zu verwirklichen, mag die Anstrengung genügen, aber soviel kann gar nicht kastriert werden, wie begattet wird. In jeder der beiden deutschen Blätter stehen unter der Rubrik TIERE jede Woche Annoncen, in denen an die 20 Hunde angeboten werden (ich habe nachgezählt), darunter Kolosse von fast 50 Kilo und Greise/innen mit 15 Jahren. Jede Woche, und beileibe nicht immer dieselben! Macht pro Jahr 52 x 20 = über 1000 Hunde!!! Allein an dieser Zahl erkennt man, wie rührend hilflos sich die Tierfreunde anstrengen. Denn die Tierheime sind weiterhin überfüllt! Was tun außer Rummotzen? Mehr kastrieren erschient mir die einzige Lösung zu sein. Und mehr spenden, um mehr zu kastrieren. Daran würde auch ich mich beteiligen …

Marder + Physalis = Ein leckeres Geheimnis!

Der Mallorca-Marder …
… und ein Physalis-Strauch

KLAGEN HABEN MICH ERREICHT, von fassungslosen Gartenfreunden. Die festgestellt haben, dass man ihre Physalis-Beeren aus den orangenen Blätterhüllen gefressen hat! Wer tut denn sowas, wenn das Obst noch am Strauch hängt? Mein Freund, der alte Bauer Jaume, wusste es: Der Marder war’s! „Der niedliche Räuber“, sagt er, „liebt die saftigen Kügelchen, ist ganz verrückt danach.“ Ich wollte es nicht glauben, dass ein Fleisch- und Aasfresser sich auf Früchte stürzen könnte. Aber Jaume versichert, das sei schon immer so gewesen und dagegen gäbe es kaum ein Mittel, denn wer würde auf die Marder losgehen, die uns gegen die Ratten und anderes Viehzeug helfen. Nun leben Baum- oder Edelmarder (lateinisch: Martes martes) nicht in jedem Garten, sie sind eher selten und ich habe in einem halben Jahrhundert noch nie einen erkennbar gesehen. Aber in meiner Umgebung häufen sich die Klagen. Nun ja, na wenn schon, gönnen wir den hübschen Kerlchen, die frische Physalis-Beeren nicht auf dem Markt kaufen können, den vegetarischen Zwischengang …

Da verschenkt einer Pfaue! Ich weiß warum …

Sieht herrlich aus, stört aber ..

ICH HATTE MAL EINE BEZAU- BERNDE IDEE – und schenkte meinen Eltern zwei Pfaue für ihre Finca. Mein Nachbar, ein bekannter Mann, hat sogar mehrere dieser orientalischen Vögel auf seinem park-ähnlichen Grundstück. Fall 1: Die blöden Pfaue fraßen meinen Eltern den Garten kahl, weil sie mit Vorliebe Blumen vertilgten! Dass sie dau- ernd wie angestochen schrill schrieen, kam noch dazu. Fall 2: Mein Nachbar hatte seine Vögel jetzt abgeschafft (wie, wohin weiß ich nicht, vermute aber Schlimmes), weil die Nachbarn ihn dringend gebeten hatten – die Pfaue kreischten zu störend rund um die Uhr! Zugegeben, sie sehen bezaubernd aus, zumindest die Gockel, und stolzieren sie herum, erscheint der Garten wie aus „1001 Nacht“; aber weiß man, dass sie notorische Blumenvernichter und grundlose Schreihälse sind, dann finden nur noch Ignoranten sie bezaubernd. Und das ist das Geheimnis hinter einer Annonce, die dieser Tage in einer Zeitung stand: „Erwachsene Pfauen zu verschenken! Selbstabholung.“ Da hat einer die Schnauze voll …

Mallorca ist ein wildes Land …

Die kleine Fledermaus …
… ein Zwerg in meiner Hand

… UND MEINE FRAU HAT WIEDER MAL GESCHRIEN VOR SCHRECK! Denn in der Gardine neben unserem Kamin im Salon hing … – eine kleine Fledermaus!!! Sie war vertrocknet (leider!), wohl nachdem sie verhungerte, ein süßes kleines Tierchen (rund 6 cm lang) mit einem samtweichen Chinchillafell. Wie kam die ins Haus? Bei uns stehen die Türen und Fenster nie auf und der Kamin ist geschlossen. Es gibt keine Spalten im Mauerwerk und alle Öffnungen schließen bündig. Es ist ein Rätsel – aber von denen gibt es ja viele auf der Insel. Ich wüsste nur gerne die Lösung, um zu verhindern, dass ein derart nützliches Lebewesen sich verfliegt und stirbt …

Der Falter ist ein bekannter Vogel …

Was für ein Design von Mutter Natur!

… BEHAUPTE ICH! Letzte Woche herrschte große Aufregung auf dem Eiland, weil der Oleanderschwärmer (daphnis nerii) zweimal gesichtet worden war. Ein Nachtfalter der größeren Art, 12 cm Flügelspannweite sind nicht selten, und gezeichnet ist er wie ein olivfarbenes Seidenkleid. Man könnte ihn „Die Königin der Insel-Schmetterlinge“ nennen – aber die ist weder ein Neuling, noch, wie es in der „Mallorca Zeitung“ hieß, „Mallorcas neuer Schmetterling“. Ich sehe dieses Designer-Wunderwerk der Natur seit Jahren in meiner Umgebung (Ostküste) und wundere mich immer wieder über das wilde Art deco-Muster auf seinem Rücken, das Feinde abschrecken soll – und eine tolle Vorlage abgäbe für eine Robe auf den Laufstegen der Frühling- und Sommermode! Aber es ist ja schön, wenn Menschen sich immer noch (oder immer wieder) über einen schönen Nachtfalter erregen …

Ratten lieben Maxfly …

Um so einen Ball geht es …
… den ewig hungrigen Nagern

MEHR NOCH: SIE FRES- SEN KEINE ANDE- REN GOLF- BÄLLE! Warum das so ist, weiß ich nicht, vielleicht steckt in den Maxfly eine andere, besser duftende und schmackhaftere Füllung. Jedenfalls ist es so, dass ich in meiner Garage einen Holzbottich mit rund 300 Fundbällen stehen habe, gesammelt aus den Roughs mallorkinischer Golfplätze, und die Ratten nagen die anderen Marken nicht an – sie verschmähen sie, kann man sagen, und selbst dann, wenn zufällig mal kein Maxfly im Bottich ist! Ich denke, wenn ich das der Firma melde, bekomme ich keinen Sponsorenvertrag; aber die anderen Hersteller muss das doch freuen: Der Ball, den die Ratten zum Fressen gern haben …