Tiere

Neues von der Nullingerin …

Unglaublich – sie gibt auch noch eine Autogramme!

ES WIRD DOCH JEDER ZUGEBEN, dass es im Moment eine Menge Probleme gibt: Der Corona-Ausbruch, Polizei-Brutalität, brennende und geplünderte Städte, ernsthafte Diskussionen um das weitere Zusammenleben der Men- schen usw. Und dann taucht die überflüssigste Wahlmallor- kinerin auf, die unsägliche Danni B., und drängt (wieder mal) auf lächerlichste Weise an die Öffentlichkeit: mit der (angeblichen) Rettung eines Katzenbabys aus einer Mülltonne! Das ist, ungelogen, wahnsinnig rührend, aber so grandios unwichtig in diesen Zeiten. Aber um sich erwähnt zu sehen, ist der Dame nichts zu albern – und ich wundere mich, dass es doch immer wieder Kollegen gibt, die sich den Stuss anhören und dann in ihren Publikationen ausbreiten dürfen. Und die gerne glauben, was ihnen diese Nullingerin erzählt, weil sie angeblich bei anderen Nullin- gers so beliebt ist. Nun mag einer sagen: So eine Katzen- baby-Rettungsaktion ist doch herzerwärmend, da man sonst nur Mieses hört in den Nachrichten! Ja, genau darauf spekuliert Danni B., denn ganz dumm ist sie nicht …

Gut, dass die ausgestorben sind …

So groß war der Riesenhase im Vergleich zum Menschen…
… so sah die Giganten-Spitzmaus aus …
… und so der XXL-Siebenschläfer

IMMER WIEDER ENTDECKEN FORSCHER GRUSLIGES, nämlich die Knochen oder Versteinerungen von gigantischen Tieren! Gottseidank sind sie längst ausgestorben, und es waren auch keine für den Menschen direkt gefährliche Raubtiere; aber allein die Vorstellung, dass ein überdimensionaler Hase (Nuralagus Rex) über die Insel hoppelt, 50 cm hoch und 12 kg schwer (= Schäferhundformat), verursacht Schaudern. Dazu kamen zwei rund 1 m lange (mit Schwanz) ebenso riesige und durchaus fleischfressende Nager: Spitzmaus Nesiotites Hidalgo und der eher noch größere Siebenschläfer Hypnomys waldreni. Die dürften Bassett-Größe gehabt haben. Es muss Steinzeitmenschen gegeben haben, die mit ihnen lebten – und sie aufaßen. Sie führten einen Fleischkrieg gegen die bepelzten Zeitgenossen und gewannen. Dafür kann man ihnen dankbar sein, aber möglicherweise gab es damals noch mehr Tiere in furchterregenden Größen, ich stelle mir gerade eine Ratte vor, die man für einen Rauhaardackel hätte halten können …

Im Kopf einer Ratte …!

Der Schädel von der Seite …
…  so groß ist er …
… und von vorne (auf Kork geklebt)

ICH HABE IHN IM GARTEN GEFUN- DEN, fein säuber- lich abgenagt von Ameisen, der blanke, komplette Totenkopf. Die Ratte war wohl an einer dieser blau- en Gifttabletten verendet, mit denen wir die Na- ger bekämpfen, und dann von den Piranhas des Erd- reichs bis aufs Skelett beseitigt worden. Ein interessantes Fundstück, mit den gesch- wungenen, etwas gelblichen Schneidezähnen oben und unten, die wie Dolche in Scheiden ineinander greifen, und winzigen Backenzähnen. Ich habe den Schädel auf einem Stück Kork festgeklebt und zeige ihn in einem Schaukästchen an einer Wand und es gibt keinen Besu- cher, der nicht fasziniert davon ist, eine Ratte – dieses geheimnisvolle, unbesiegbare Wesen – mal auf diese Weise zu betrachten. Der Totenkopf wirkt filigran und überraschend klein (er ist 4,5 cm lang), aber denkt man ihn sich in Fleisch, Organe und Pelz eingepackt, dann kommt das hin auf das Lebendformat. Nun ja, kann sein, dass es kein ganz ausgewachsenes Tier war.

Handgeschnitzt oder handgeschmiedet?

Eine Glocke aus Holz …
… oder aus Metall?

DAS IST DIE FRAGE, WENN’S UM ANTIKE GLOCKEN GEHT! Wenn ich über die Insel fahre und Bimmeln höre, verharre ich automatisch und versuche, die Töne zu deuten: Holz oder Metall? Holz klingt schwerer, dumpfer, melodischer; Metall heller, greller, aufdringlicher, weiter tragend. Ein paarmal ist es mir gelungen, Bauern alte Glocken für meine Mallorca-Sammlung abzukaufen, manchmal sogar mit dem handgegerbten Halsband. Da sind Prunkstücke dabei, z. B. Holzglocken von 20 cm Höhe, eine Metallglocke misst sogar 31 cm – und hat einen hölzernen Klöppel. Einst (und das ist sehr weit weg!) konnte man am Glockenton unterscheiden, ob es eine Kuh, ein Schaf oder eine Ziege war, aber dieses Wissen ist selbst den uralten Schmieden und Schnitzern verloren gegangen. Wenn Sie das nächste Mal bei Fahrten übers Land Bimmeln hören, denken Sie an meine Worte: Es war mal eine Kunst auf Mallorca, die Tiere auf der Weide mit Musik auszustatten …

Hier lahmt der Tierschutz …

Alleine und glücklich: Das Pferd meiner Schwägerin …

ICH BIN JA BEKANNTERMASSEN EIN BEWUNDERER VON BABRARA POHLE (BP), Alleswisserin der „Mallorca Zeitung“. Meine Bewunderung steigerte sich dann noch, wenn sie wieder mal eine Anfrage beantworten muss, bei der mich erst Kichern befällt – und dann der Zwang, mir an die Stirn zu tippen. Wie über das, was eine gewisse Ramona L. wissen wollte: „Darf ein Pferd mutterseelenallein bei Santanyi auf der Weide stehen? Bei welchem Tierschutzamt kann ich mich erkundigen?“ BP gab die richtige Antwort („… bei keinem“), aber ich möchte noch etwas nachschieben: Im Moment grasen rund um den Globus rund 30,3 Millionen Pferde alleine und fühlen sich in keinster Weise gequält, obwohl es Herdentiere sind. Meine Reiterfreunde schicken ihre Zossen, wenn sie eine Runde im Sattel saßen, mit einem Po-Klapps zur Erholung ins Grüne. Ich kenne Campesinos, die zur Arbeit nur ein Pferd benötigen, es hegen und pflegen, und sich nicht wundern, wenn es ohne „hippe“ Gesellschaft glückliche 25 Jahre alt wird. Die überkandidelte Hysterie einiger sogenannter „Tierschützer“ ist wirklich schwer zu ertragen – übrigens auch für die Tiere …

Adios, Schaf – Ciao, Kuh!

Da gibt’s bald nix mehr zu feiern …
… und Kühe überleben als Sparschweine

MUSS MAN WOHL BALD SAGEN, und dass das, was da gerade geschieht, den Zei- tungen nur eine Rand- notiz unten rechts wert ist, bewer- te ich als Dummheit! Denn nicht nur die Bauern sterben aus, sondern auch das liebe Vieh. Mallorca wird bald zu 100 % auf Importe angewiesen sein – und hatte früher das Festland versorgt! Man muss sich die Zahlen nur mal auf der Zunge zergehen lassen: 2008 gab es auf der Insel 12 727 Rinder, 2018 waren es nur noch 7500, ein Minus von 41 %. Es existieren nur noch 28 Milchviehbetriebe! Und nicht nur das: In den genannten 10 Jahren sank die Zahl der Schafe um 95 000, das ist ein Sechstel des Bestandes! Ich sehe die Zeit kommen, da Mallorca nicht nur mit Tankschiffen voller Süßwasser versorgt werden muss, sondern auch solchen, in deren Bäuchen Kuhmilch schwappt – oder durch Containerschiffe voller Leche-Tetrapaks. Ich vermisse das „Mäh“ und das „Muh“ heute schon…

Fast hatten sie aufgegeben …

Eine Treppennatter …
… und eine Hufeisennatter

… IM KAMPF GEGEN DIE SCHLAN- GEN IM ZENTRUM DER INSEL. Es sind, so kam es den Menschen vor, einfach zu viele Treppen- und Huf- eisennattern. Aber als bekannt wurde, dass keiner was tun möchte, um der Plage Herr zu werden, wurde derart heftig protestiert, dass die Behörden sich entschlossen, wenigstens 200 bis 300 Fallen aufzustellen. Denn die Nattern sind zwar nicht giftig, aber überraschend aggressiv und beißen gerne und schmerzhaft zu. Was ihnen oft gelingt bei einer Länge von bis zu zwei Metern und einem Körper, der so dick sein kann wie drei Gartenschläuche und sich bis auf Hüfthöhe hochschnellen kann. Bisher kommen die Schlangen nur im Pla vor, und keiner weiß so richtig, wie sie da hingekommen sind, eine einheimische Lebensform sind sie jedenfalls nicht. Mir stellt sich jetzt die Frage: Was macht man mit 300, 600 oder 1000 gefangenen, also lebenden Nattern in den Fallen? Denn auf so viele Exemplare schätzt man die Plage …

Terror im Schlafzimmer … (Spinnern 2)

DA PACKT EINEN SCHON DAS GRUSELN, wenn man aufwacht, in Richtung Fenster blickt (um die Sonne zu suchen) und dann so eine Spinne sieht, die einen Sack voller Nachwuchs auf ihrem Rücken schleppt. Wer hat die Tür aufgelassen, wo ist der Spalt, durch den das Monster ins Zimmer kam? Die lebt doch wohl nicht schon länger in der Schlafkammer? Und wo ist das Männchen, das ihr die Babys gemacht hat? Die Spinne war etwa so groß wie ein Pingpongball und der Kindersack wie eine Haselnuss. Grausig, sowas will ich nicht im Haus haben! Man stelle sich nur vor, der Sack wäre geplatzt, als ich den Spray-„Kill Bill!“ rausgeholt hatte! Es gibt Momente im Leben auf der afrikanischen Insel Mallorca, da wäre man lieber in Deutschland …

Vor Pfauen warne ich dringend …

KAUFEN SIE BLOSS KEINE FÜR IHREN GARTEN! Die machen alles kaputt, weil sie besonders gern und konsequent Blüten fressen. Sie kreischen entsetzlich zu den erstaunlichsten Tageszeiten, kacken ungewöhnlich viel an den falschen Stellen, werden in den seltensten Fällen zutraulich und treu sind sie auch nicht unbedingt. Ich hatte mal die reizende Idee, meinen Eltern für ihre Finca ein Pfauen-Pärchen zu kaufen, aber es kam gar nicht gut an: Nach nur einer Woche suchten sie händeringend einen Abnehmer. Bei mir landete gestern ein Weibchen im Garten. Als selbst ernannten Geschenk! Wir haben es sofort zu Dritt vertrieben, ehe es Unheil anrichten konnte. Klar, stolzieren Pfaue herum und die Männchen schlagen ihr herrliches Rad, fühlt man sich wie Harun al-Raschid in seinem 1001 Nacht-Liebeshain, aber die Realität sieht anders aus!

Die Spitzmäuse dringen vor!

Kein Problem auf der Hand …
… denn so winzig sind sie

ES SIND PUTZIGE GESELLEN, kaum größer als eine große Kakerlake, mit grauem, samt- weichen Fell und einem geröteten Schnäuzchen: Spitzmäuse. Nützlich sind sie, weil sie das lästige Insektenzeug jagen, und im Haus fühlen sie sich – Gottseidank – nicht wohl. Warum sie, wie jetzt die Gärtner berichten, verstärkt auftreten, ist bisher ungeklärt, ich hatte eine in meinem Geräte- schuppen (siehe Foto neben einem Fläschchen), bei den Nach- barn huschten sie durchs Gebüsch. Man kann die Spitzmäuse in die Hand nehmen, was ich bei einer Ratte nicht wagen würde, und nun könnte man sie a) willkommen heißen als Komplizen gegen die Asseln und Hundertfüßler, und b) begrüßen als Bereicherung der Insel-Fauna. Dennoch bleibt die etwas beunruhigende, weil ungeklärte Frage: Wo kommen diese Tierchen so plötzlich her, und was mag da noch so alles folgen?