Tourismus

Was für eine reizende Anzeige!

SIE STAMMT VON DER SOLLER-EISENBAHN, zeigt ein hübsches, zur Grafik umgestaltetes Foto (der „Rote Blitz“ auf einer Überführung) und den wirklich höflichen Text auf Deutsch: „Steig‘ ein und lass‘ Dich mitnehmen!“ Gerne, liebe Freunde, wenn man so nett gebeten wird – und an dieser ganzseitigen Annonce in den Wochenzeitungen sollten sich ungefähr 50 andere Unternehmen, die auf deutsche (und andere)  Touristen und Residenten angewiesen sind, dringend ein Beispiel nehmen!

 

 

 

 

 

 

INTERESSANTE ALTE REISEPROSPEKTE …

Von 1928 …
… 1930 …
… und 1931

ICH ENTDECKE SIE IMMER WIEDER auf den Grabbeltischen der Flohmärkte und sie kosten, wenn man klug handelt, nur wenige Euros. Es sind die Prospekte, nach den die Deutschen Mallorca in den 20er- und 30er-Jahren erkundet haben – und für uns sind sie spannende Lektüre, wenn man feststellt, was damals im Vergleich zu heute sehenswert war, und was man einst bezahlt hat auf der Insel. Oft sind die Beschreibungen sehr viel intensiver und die Fotos plakativer – und nicht selten wird Mallorka mit -k- geschrieben! Interessant auch, welche Hotels in den vergangenen 90 Jahren überlebt haben. Ich jedenfalls werde weiterhin jeden Grabbeltisch nach diesen Schätze. durchstöbern und bitte alle meine Leser, das nicht zu tun, weil sie mich sonst bestehlen …

Ein seltsames Buch, aber lesenswert!

So sieht das Büchlein aus

ES HAT NUR 80 SEITEN, entstand 1993 im Eigenverlag, jeder Satz ist ein neuer Absatz (um das Buch zu strecken, aber dadurch wirkt es wie ein Gedichtband), vom Layout her gibt es zahlreiche Ungereimtheiten, der Titel ist grotesk, aber jede der 38 Geschichten ist ein Schatzfund aus den Anfangstagen der touristischen Eroberung der Insel: „In der Wüste tragen die Frauen keine Miniröcke“ von Marlis Schlobben König. Das ist eine Journalistin aus Hannover, die beim Schreiben 54 Jahre alt war und seit 30 Jahren einen Wohnsitz in der frühen Urbanisation Cala Murada (an der Ostküste) hatte. Es gibt ihr Werk bei Amazon für 9.99 Euro und ich empfehle es Allen, die ernsthaft wissen wollen, wo sie eigentlich ihre Tage an der Sonne verbringen: „In der Wüste …“ ist unterhaltsam, überraschend und sogar informativ …

 

 

 

Kuehlschrank-Magneten? Eine Kunstform …

Drei besonders schöne Beispiele …

ICH HABE ERST LERNEN MÜSSEN, dass man solche Dinger sammeln kann, und dass es Tausende tun: bunte Bildchen auf Magneten, die man an die kahlen weißen oder silbernen Flächen der Kühlschrank- türen pappt. Die können aus so ziemlich jedem Material sein (Plastik, Metall, sogar Holz) und ich kenne eine Lady, die aus jedem der Orte, wo sie war, so einen Magneten als Reisesouvenir mitbringt. Auf Mallorca, so habe ich entdeckt, hat man die Magneten vor allem in den 40er-, 50er- und 60er-Jahren zur eigenen Kunstform entwickelt, indem vor allem berühmte Plakate und Bilder aus Werbebroschüren verkleinert (meist im Format 8 x 6 cm), auf haltbare Unterlagen gedruckt (das sieht wie Email aus) und hinten mit einem magnetisierten Metallstück versehen wurden. Aber jeder Souvenirladen von Sant Elm bis Formentor verkauft moderne Versionen zuhauf, denn das Sammeln ist weiterhin populär. Ich zeige hier drei besonders schöne, ziemlich frühe Beispiele aus meiner Sammlung – von der Schuhfabrik Puma in Palma, dem Feinkostladen Gabriel Castell in Llucmajor und der Eisenbahn- und Schifffahrtsgesellschaft P. L. M. Übrigens: Wer das Bepappen des Kühlschranks doof findet (ich eigentlich …), der kann die schmucken Dinger auch unter Glas rahmen lassen, um sie an die Fincawand zu hängen. Macht sich gut … – und wo findet man die schönen alten Magneten? Auf den Flohmärkten …

MI MUSEU Diesmal: Das Jubilaeumsplakat des Fomento

Zum 75. Jubiläum 1980 …

ICH HABE MIR EINE PRIVATE GEMÄLDESAMMLUNG ZUGELEGT, und jede Woche werde ich (solange der Bestand reicht), ein Bild vorstellen. Um Mut zu machen, denn es werden Hunderte von Mallorca-Gemälden von Malern aus mindestens 20 Ländern angeboten: Zeitgenossen und Alte Meister, Abscheuliche und Großartige, Kleine und Große, aber ich kaufe nach einer strengen Regel: Kein Bild darf mehr als 100 Euro kosten und alle müssen ein Insel-Sujet zeigen! Das beherzige ich seit rund 20 Jahren und habe eine Sammlung von fast 200 Werken zusammengebracht, meist Öl auf Leinwand, von Malern aus Deutschland, Spanien, Schweden, Dänemark, England, Frankreich, Irland u.v.a.. Jeder kann so eine Kollektion formen, die Preise haben zwar  seit 2010 gewaltig angezogen, aber man findet immer noch Schnäppchen, man muss nur suchen im Internet und auf Flohmärkten. Diesmal zeige ich: Die Plakatkunst hat auf Mallorca seit jeher einen hohen Qulitätsgrad und zeichnet sich meist durch einen gewissen Humor aus. So wie dieses Plakat zum 75. Gründungsjahr des Fomento del Turismo de Mallorca im Jahre 1980. Ich habe es ein Jahr später bei meinem Freund Antonio Labres in seinem „El Bazar del Libro“ an der Plaza Eulalia in Palma erworben.

Da steht eine Menge drin …

So sieht die Zeitung aus …

… DAS MAN ANDERSWO NICHT FINDET! Klar, die Rede ist von lokalen Zeitungen in der Sprache Mallorquin, gemacht für die Einheimischen, nicht für Touristen, und dennoch: Beider Interessen sind, wie ich immer wieder feststelle, wenn ich mich durch die Artikel mühe, erstaunlich deckungsgleich! Es sind Zusatzinformationen, die man bekommt, es ist detaillierteres Wissen, und für jemanden, der z. B. im Gemeindebereich von FELANITX wohnt, ist das (übrigens seit 1936 erscheinende) „Felanitx“ mit seinen 14 Seiten eine Fundgrube. Untertitel: „Setimanari d’Interessos Locals“ – auf Deutsch: „Wochenzeitung für lokale Interessen“. Es gibt, schätze ich, auf der Insel rund 40 solcher Gemeinde-Blätter und ich besorge sie mir immer, wenn ich durch die Orte komme. Dieses hier kostet 1.10 Euro und erscheint immer freitags.

 

 

Buddler wieder bei der Arbeit!

Archäologen beim Buddeln in Can Gaia

AUCH WENN FUNDSTELLEN NOCH SO VERLASSEN AUSSEHEN – ab und zu kehren Archäologen zurück und buddeln weiter! So, als ob sie etwas vergessen haben. So passiert es gerade in der Talayot-Siedlung Closos de Can Gaia am Ortsausgang von Portocolom in Richtung Golfklub Vall d’O (direkt an der Straße rechts). Ende Juli haben die Forscher mit Hilfe von Freiwilligen damit begonnen und die Arbeiten werden sich bis weit in den August hinziehen. Was genau sie zu finden hoffen, ist mir nicht klar geworden, man spricht von „weiteren Erkenntnissen über die Lebensart unserer Vorfahren.“

Rabattmarken bei „Spar“ – da spart man wirklich!

4 x Rabatt auf Attraktionen …

WER JETZT BEI SPAR EINKAUFT, KÖNTE MIT WACHEN AUGEN EINEN STAPEL GUTSCHEINE ENTDECKEN! Ich bilde einen hier ab. Er besagt, dass man Rabatt bekommt, wenn man die Abschnitte im „Aqualand“ in El Arenal (4 Euro), im „Marineland“ in Costa d’en Planes (4 Euro), im „Waterpark“ in Magaluf (4 Euro) und in der Hams-Höhle in Portocristo (2 Euro + 50% für Kinder) an der Kasse vorzeigt. Das gilt für maimal 4 Erwachsene, allerdings ist kein Verfallsdatum angegeben. Nicht schlecht, das kann 16 Euro Ersparnis bedeuten – und dafür bekommt man in so manchem Laden zwei „Menu del Dia“. Übrigens: Hinten auf dem Gutschein sind auch noch die Anfahrtwege abgebildet, was für ein Service!

Mit den Fischern raus aufs Meer …

Das schicke Logo …
… und eine typische Morgenszene auf dem Meer

DIE MÖGLICHKEIT GIBT ES JETZT – und ich weiß, wie man auf ein Boot kommt, und was es kostet! „Pescaturis- mo“ nennt sich das: „Fischereitourismus“. Man sollte das ausnützen, solange daraus nicht doofe Ausflugstouren werden, sondern man die Fischer echt begleitet, wie sie ihren Lebensunterhalt verdienen. Rund 40 von ihnen haben sich bisher bereit erklärt, das auf sich zu nehmen, um sich ein Zubrot zu verdienen, und unter Internet-Adresse  info@pescaturismomallorca.com findet man die Häfen, in denen sie ihre Boote liegen haben. Ruft man 622 347 389 an, kann man die Aus- flüge (Vorsicht: in aller Herrgotts- früh!) buchen. Billig ist das nicht, denn je auch Hafen werden ca. 85 bis 130 Euro pro Person verlangt (Kinder 50%). Aber andersherum gerechnet: Für ein paar Stunden auf dem erwachenden Meer mit einem echten Mallorkiner, einem blutroten Sonnenaufgang und frischem Fisch im Netz kann eigentlich kein Preis zu hoch sein …

Felanitx wird interessanter!

felanitx-1ES WAR IMMER EIN NETTER ORT, aber kein Touristenziel. Aber nun gibt es die „Fundacio Cosme Bauca“ und die hat ein bemerkenswertes Museum geöffnet: Die Sammlung des Pfarrers Cosme Bauca (1871-1959) in seinem ehemaligen Wohnhaus „El Milo d’en Bou“, einem eigenwilligen Modernismo-Bau, gestaltet wie eine Burg, auf 3 Etagen und nett hergerichtet. Der geistliche Herr, der nebenbei eine sechsbändige Geschichte des Städtchen verfasst hat, muss – wie sein Kollege Mossen Alcover in Manacor – alles, was ihm in die Hände fiel, nie mehr hergegeben haben! So ent- stand eine gewaltige Kollektion von archäologischen Funden, Handwerkszeug, Bildern und Skulpturen, Haushaltsgeräten, Bauerngut, Bürgerstolz und Ethnologie. Das ist so interessant und sehenswert, dass die Stadtväter sogar (lila) Hinweise an die Straßenschilder und Hauswände gehängt haben, um Besucher anzulocken. Doch leider sind die Öffnungszeiten so merkwürdig und wechselhaft, dass man auf die Website des Rathauses muss, um zu kapieren, wann man ins Museum darf (und die Website ist auf Mallorquin!). Aber egal, man tut’s und der Besuch lohnt sich …

Adresse: Carrer de sa Sinia, 20. Geöffnet: Di 9-14 Uhr, Mi 16-20 Uhr, Do 9-14 Uhr, So 10-14 Uhr. Telefon: 971/ 58 11 88. Email: fundaciocosmebauca@gmail.com