Tourismus

Da kommt was auf Palma zu …

Eine Schlagzeile des „Majorca Daily Bulletin“ …

… NÄMLICH RUND 500 KREUZFAHRTSCHIFFE im nächsten Jahr. Bis Mitte Oktober waren 496 an- gekündigt, um genau zu sei, und das bedeutet: Von einer Limitierung kann kaum noch die Rede sein, 500 Schiffe bedeutet ca. 42 im Monat, 10 bis 11 pro Woche und an die zwei am Tag! Damit wird zwar die Frequenz von 2019, da kamen knapp 600 Pötte, nicht erreicht, aber die Flaute von 2020 und 2021 (heuer zählt man 186 Dampfer) scheint überwunden. Es ist ja auch unwiderstehlich, wenn rund 100 000 Passagiere in die Stadt strömen – soviel waren es auf de 2021er-Schiffen. Und rechnet man das hoch, könnten es 2022 fast 300 000 sein! Würde jeder von ihnen nur 10 Euro ausgeben – benvinguts, meine Damen und Herren, nur hereinspaziert über die Gangways …

Ein Café mit Geschrumm & Gekreisch …

Die Kellnerin kreischt zur Ximboga …

… UND ANGEBLICH „EIN MUSS“, wenn man in der Gegend unterwegs ist! Ich meine das Café Esportiu in Sa Pobla. Ich habe von (begeisterten) Freunden ein Video geschickt bekommen und nachdem ich es gesehen habe, denke ich, dass ich dort niemals einkehren werde! Es mag im Esportiu zwar originell zugehen, aber auch unerträglich laut und schrill. Denn eine Kellnerin (ganz links im Foto) ist berühmt (berüchtigt) dafür, dass sie die traditionelle Trommel Mallorcas spielt (?), die Ximboga (die mit einem Stab gerührt wird, der in der Bespannung steckt), dazu kreischend singt (?), und die Touristen (einer sitzt ihr ja an der Bar direkt gegenüber) amüsieren sich (angeblich), weil sie glauben, das wahre Mallorca zu erleben, und einige Mallorkiner finden es lustig, ihre nichtsahnenden Besucher dorthin zu schicken – und so schaffte das Café einen Status als Attraktion …

Ach, ist das lieb …!

DA MÖCHTE MAN DOCH SOFORT AUFBRECHEN nach Son Serra de Marina und die Küste scannen! Und vermutlich haben sich längst Hundertschaften von Schatzsuchern ihre Tauchermasken übergezogen und gründeln im Mittelmeer herum. Es ist ja auch zu traurig, dass nach fast vier Jahren Ehe der gravierte Ring vom Finger (seiner, ihrer?) rutscht, man nimmt sowas bekanntlich als böses Omen wahr und muss deshalb des goldene Band der ewigen Liebe wiederbekommen. Viel Glück, Marc & Karina, aber es wäre schon ein Mordszufall, wenn ihn einer finden würde …

Tourismus? Eigenwillig, aber nicht schlecht …

ICH KÄUE JETZT MAL ZAHLEN WIEDER, aber lasse sie nicht einfach in der Gegend stehen, sondern erlaube mir meinen eigenen Senf dazu. Da gibt es in Spanien ein Statistik-Institut namens INE, das immer genau hinschaut und jetzt, in der Corona-Zeit, ganz erstaunliche Zahlen herangeschafft hat. Ich habe drei ausgewählt, denn sie scheinen mir eine sehr spezielle, aber begrüßenswerte Entwicklung anzudeuten – vor allem kann sich auch jeder deutsche Tourist betroffen fühlen, von den Residenten ganz zu schweigen. Zahl Nr. 1: Die Hotelauslastung auf den Balearen im Juli lag bei unerwarteten 62 % und war damit besser als in allen anderen Regionen Spaniens. Es kommt Geld rein, die Insel-Ökonomie atmen auf. Zahl Nr. 2: Vier von 10 ausländischen Urlaubern in Spanien reisten auf die Balearen – das ist eine erstaunlich hohe Zahl, denkt man nur an die Städtetouristen in Madrid und Barcelona! Zahl Nr. 3: Wo haben in dieser Quarantäne-Zeit die Mallorkiner selbst ihre Ferien verbracht? Vor allem auf den Nachbarinseln: 47 024 machten sich per Schiff allein im Juli auf nach Menorca, Ibiza und Formentera, so viele wie nie zuvor! Das muss man unter Schlauheit verbuchen – und wohl dem, der solche Urlaubsziele vor der Haustür liegen hat …

Arme Cala Varques …!

UNGLAUBLICH, WAS ICH EBEN ERLEBT HABE! Ich bin eben auf der Straße vorbeigefahren am Zugang zur Bucht – und habe beim 200. geparkten Auto angehört zu zählen. ZWEIHUNDERT! Ich musste Schritt fahren, so dicht haben sich rund mehrere Dutzend PKW neben die Straße geklemmt, als alle anderen Parkmöglichkeiten dicht waren. Dazu kam die Kolonne der Badewilligen mit ihren ausladenden Gummireifen, Luftmatratzen, Eimerchen & Schäufelchen, dicken Taschen, breiten Hüten, Klein-Else und Oma Helga. Ein Zug der Lemminge in Schwimmsuits. Nicht zu fassen: Die Cala Varques ist ja wirklich traumhaft südseehaft schön, aber der Zugang ist mühsam, Exhibitionisten haben sie gestürmt (verkleidet als Nacktbader), Camper nisteten sich ein und am Strand geht’s enger zu als im Leichenschauhaus. Corona? Nie gehört in der Varques … – ein Virus-Hotspot

Das Buch wird immer nützlicher …

ES HEISST „CALLEJERO“ (y planos de la Ciudad), hat 480 Seiten und praktisches Taschenformat („Palma en la mano“), ist eine der erfolgreichsten Publikationen der Insel, erscheint bei Edicions Cort und ist das Straßenverzeichnis von Palma – samt gut gezeichneten, detaillierten Stadtplänen und Detail-Informationen. Warum man das haben muss, hat zwei Gründe: 1. Als Franco an die Macht kam (an 1939), hat man so gut wie jede zweite traditionelle Adresse umbenannt auf irgendeinen dämlichen faschistischen Namen. Dieser und die ehemalige Bezeichnung sind im „Callejero“ immer noch vermerkt. 2. Nun beginnen sie, die Franco-Namen (und was sonst noch so alles „gender-untauglich“ erscheint), abzuändern auf zeitgemäß gefälligere Namen – und das steigert die Verwirrung: Da kennt sich doch allmählich kein Schwein mehr aus! Aber in der neuesten Ausgabe dieses fabelhaften Büchleins ist auch dieses Wechselspiel aufgeführt – von der Plaça Reina Cristina über die Plaza Caudillo bis zur Plaça Rey Felipe! 

Netter Tipp gefällig?

SAN MIGUEL IN FELANITX! Die große Kirche im Zentrum. Daran ist so gut wie jeder Tourist schon mal vorbei gefahren, aber selbst die Residenten waren kaum je drin. Ich gebe hier mal die erstaunte Schilderung eines Freundes wider: „Ein Hit besonders für Freunde unerwarteter Zahlen! 14 Seitenkapellen und 20 Altäre! Mehr als in der Kathedrale in Palma! Vn der Gotik bis zur Neugotik. Nicht bayerisch hell und heiter, sondern spanisch dunkel und mystisch!“ Und wie ist Du reingekommen, San Miguel ist doch fast immer zu? „Scheinbar machen die jetzt zu Corona-Zeiten das Portal weit auf, ich hab‘ mich auch gewundert, aber kam problemlos rein.“ Es gibt kaum Infos zu dieser alten Kirche, nur Bruchstücke, nur die großen, fetten, teuren, älteren Guides berichten ein bisschen mehr. Umso dringender, da jetzt mal reinzuschauen – es gibt ja sonst wenig zu tun in diesen versuchten Zeiten …

Wer hat gesagt, dass alle Mallorkinerinnen ziemlich klug sind?

IRGENDEINER WAR’S, aber der kannte Aina Barceló nicht! Denn die hat jetzt einen Leserbrief geschrieben und der lautet (auf Englisch): „Very irresponsible to come to OUR Island, when your goverment is telling you not to come here! Tourists, you are not welcome, go back to Germany!“ Soll heißen: Haut ab, wenn Ihr zu uns kommt, obwohl Euch eure Regierung davon abrät! Ihr seid nicht willkommen! Hat man sowas Dämliches schon mal gehört? Da setzen wir uns über die (noch dämlichere) Empfehlung aus Berlin hinweg und dann gibt es so eine Mallorkinerin, die uns trotzdem von der Insel werfen möchte! Tja, Frau Barceló, manchmal hilft Nachdenken, bevor man redet, und besonders wichtig ist es, bevor man schreibt – und bezeichnend, dass Sie Englisch mit uns reden, weil Sie uns für zu blöd für Spanisch halten …

Ein Fall für Agatha Christie …

Hier ist es passiert …

… ODER LEO P. ARD WÄRE DAS ZIMMER 527 IN EINEM BILLIG-HOTEL IN ARENAL! Was da passiert ist, darf man als Krimiautor (der ich nicht bin) nicht einfach so liegen lassen. Um die Geschehnisse kann man eine faszinierende Detektiv-Geschichte bauen. Was ist passiert? Sommer 2011, 300 Gäste im Hotel. Im Zimmer 527 stirbt eine ukrainische Urlauberin ohne erkennbare Todesursache. Sie wird rausgebracht, das Zimmer gereinigt und ein Franzose zieht ein. Auch der stirbt und keiner findet heraus, wie er umgekommen ist. Einige Tage später bezieht ein dritter Tourist die 527, kämpft um sein Leben – und kann gerade noch gerettet werden! Daraufhin wird das Hotel geschlossen und der Besitzer angezeigt: wegen fahrlässiger Tötung. Vermutung: Kohlenmonoxid in der Klimaanlage! Aber warum nur in Zimmer 527 und nicht in anderen Räumen? Mysteriös! Der Prozess gegen den Hotel- besitzer beginnt gerade in Palma, aber das Geheimnis wird er kaum lüften … – ich sagte ja: ein erstklassiger Krimi um 2 1/2 Tote im selben Bett …

Das wahre Problem mit den Sauf-Narren ist …

Als gäb’s das Virus gar nicht …

… DASS SIE NUR ÜBERS WOCHEN- ENDE EINFLIEGEN, montags sind sie wieder weg! Deswegen ist es ihnen schnurzpiepe, was sie mit ihrer Disziplin- losigkeit anrichten. Saufen, randalieren, Corona missachten – und weg! Worauf die Regierung gezwungen ist, die Quarantäne wieder zu verschärfen. Und da gibt es idiotische Medien, die von „Beschränkung der Freiheit“ sprechen, von der „Zerstörung des Paradieses“ und argumentieren: „Die Menschen wollen doch nur Spaß haben!“ Und dann behaupten dämliche Internet-Nitwits und sogenannte „Ballermann-Stars“, die Regierung sei selbst schuld, denn es wären keine Polizisten vor Ort gewesen, um jene deutschen und britischen Alks zu kontrollieren und disziplinieren. Leute, dann hätte es ein Frankfurt an der Playa gegeben, mit Straßenschlachten und Plünderungen. Jetzt hocken die Suffköppe Zuhause, fanden’s toll und grinsen hämisch über das, was sie angerichtet haben, und wir müssen’s ausbaden, Malle ist wieder unattraktiver geworden und vielleicht kommt sogar eine „2. Welle“. Aber eins muss man auch sagen: 99 % der Bierschuppen an der Playa gehören Mallorkinern, und die haben die Suffköppe hemmungslos abgefüllt, um möglichst schnell möglichst viel zu verdienen! Von diesen Wirten, oft ihre nahen Verwandten und natürlich Steuerzahler, reden die Insel-Politiker überhaupt nicht …