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Mein Gott, haben die Jesusse gefroren …

So erging’s dem armen Kerl in Felanitx …

… ZU OSTERN FAST NACKT AM KREUZ! Ich schreibe diesen Nachtrag zum Fest, weil ich die Fotos in den Zeitungen gesehen habe: Junge Männer, nur mit einem Lendenschürzchen bekleidet, spielen die Leidensgeschichte Jesu nach – bis zu mallorkinischen Golgathas. Und nun dürften sie alle krank sein, denn es war saukalt am Karfreitag und dazu pfiff noch ein eisiger Wind. Aber die tapferen Darsteller hielten durch und nun liegen sie, denke ich, alle flach. Mit Husten und Grippe, knapp an der Lungenentzündung vorbei. Und weil sie so erbärmlich gefroren haben, werden ihnen alle Sünden bis Ostern 2020 verziehen, malt sich meine Phantasie aus. Aber es nun mal leider so: Dass es in der Karwoche warm ist auf Mallorca, passiert nur einmal pro Jahrzehnt. Der echte Christus hat in Jerusalem sicher nicht gefroren, das wenigstens nicht. Ich bewundere seine Darsteller auf der Insel …

Nee, Fabrizio, das reicht nicht …!

Das Logo der Ausstellung …
… und Fabrizio persönlich

DER OBJEKT- UND VIDEO-KÜNSTLER FABRIZIO PLESSI, ein Italiener, der seit 30 Jahren bei Santanyi lebt, ist ein reizender Mensch mit überbordender Phantasie und internationalem Renommee. Jetzt hat er eine sogenannte „Retrospektive“ im Museum Es Baluard in Palma bekommen – aber man sieht nicht viel! Es werden vor allem Bücher gezeigt und eine kleine Maschinerie, um in ihnen zu blättern. Ich weiß, Plessi auszusstellen ist schwierig, seine Objekte sind oft riesig, er arbeitet gern mit (fliessendem) Wasser und er benötigt speziell gestaltete Räume, damit man seine Kunst begreift. Aber Bücher als Bilanz seines Schaffens auf Mallorca? Nee, scusi, Fabrizio, Du bist weltbekannt, aber das ist dürftig! Dann schau‘ ich mir Deine Arbeiten lieber auf YouTube an, da seh‘ ich mehr …

Hingehen zum Benefiz!

Eines der Plakate …

JETZT FÄNGT ER GERADE AN – vor allem mit Konzerten, die Plakate erscheinen hinter den Scheiben der Läden: Gutes tun jenen, die durch das fürchterliche Unwetter zu Schaden kamen in der Gegend um Sant Llorenc und Son Carrio. Mich hat es um ein paar Kilometer verpasst, obwohl die Schauer den Weg zu mir hoch zum Torrente-Bett verunstaltet haben. Aber ohne weiteren Schaden. In diesen Konzerten treten lokale Gruppen auf und die legen alles an Emotionen in ihre Musik, zu denen sie fähig sind – und das ist enorm viel! An den Plakaten (man beachte das kleine rote Herz in der Unwettergegend!) kann man außer dem Datum und den Namen der Musiker zwei Dinge erkennen: Wie herrlich sich Gefühle auf Mallorquin ausdrücken lassen, und wie leicht es zu verstehen ist. Das Beispiel von dem Plakat links: „Concert a benefici de les personen damnificades per les torrentades“ – noch Fragen? Nein, hingehen! Das „Suma“-Konzert in Felanitx hat übrigens fast 10 000 Euro gebracht …

Es wird eng für Silvester …

ICH HABE MICH UMGEHÖRT in ein paar der Restaurants, die ich mag und empfehlen kann, ob sie zu Silvester was machen (Menü, Tanz, Feuerwerk …), und ob noch Plätze frei sind. Die Aus- kunft war nicht erfreulich: Alle machen was – aber sind so gut wie ausgebucht! „Das hat schon im Januar angefangen“, stöhnte ein Wirt. Das Problem sind eigentlich zwei: Mallorca entwickelt sich immer stärker zur beliebten Silvester-Destination und gebucht werden vor allem Zweiertische. Das bedeutet: Ein Lokal, das normalerweise 80 Plätze in Vierer- oder Sechsertischen anbieten kann, verliert rund 20 Plätze, wenn viele Pärchen für sich sitzen wollen. Aber auch das scheint im Trend zu liegen. Wer also was plant zur Jahreswende, sollte blitzschnell buchen …

Mit den Fischern raus aufs Meer …

Das schicke Logo …
… und eine typische Morgenszene auf dem Meer

DIE MÖGLICHKEIT GIBT ES JETZT – und ich weiß, wie man auf ein Boot kommt, und was es kostet! „Pescaturis- mo“ nennt sich das: „Fischereitourismus“. Man sollte das ausnützen, solange daraus nicht doofe Ausflugstouren werden, sondern man die Fischer echt begleitet, wie sie ihren Lebensunterhalt verdienen. Rund 40 von ihnen haben sich bisher bereit erklärt, das auf sich zu nehmen, um sich ein Zubrot zu verdienen, und unter Internet-Adresse  info@pescaturismomallorca.com findet man die Häfen, in denen sie ihre Boote liegen haben. Ruft man 622 347 389 an, kann man die Aus- flüge (Vorsicht: in aller Herrgotts- früh!) buchen. Billig ist das nicht, denn je auch Hafen werden ca. 85 bis 130 Euro pro Person verlangt (Kinder 50%). Aber andersherum gerechnet: Für ein paar Stunden auf dem erwachenden Meer mit einem echten Mallorkiner, einem blutroten Sonnenaufgang und frischem Fisch im Netz kann eigentlich kein Preis zu hoch sein …