Verkehr

Mein Corona-Tagebuch: Verkehr!

2021 WIRD EINE ERFREULICHE ZAHL VERÖFFENTLICHT WERDEN, und rechnet man sie auf gegen die armen Menschen, die der Virus aus dem Leben geholt hat, dann wird sich für Mallorca eine überraschende Statistik ergeben: Weniger Verkehrstote, und vielleicht genauso viele weniger, wie es Corona-Opfer gibt! Denn seit Wochen sind die Straßen nicht gerade leer, aber weit weniger frequentiert. Es fehlt z. B. die gesamte Mietwagenflotte, immerhin rund 80 000 Fahrzeuge, die Zweitbewohner der Insel, auch ein paar Zehntausend, mussten ihre Fahrzeuge seit April in den Garagen und Parkbuchten lassen, und die Einheimischen waren wochenlang gezwungen, Zuhause zu bleiben oder sich nur sehr eingeschränkt auf Rädern zu bewegen. Nun darf man freilich die Toten nicht so verrechnen, Entschuldigung!, aber die kleine Zahl der Verkehrstoten ist doch ein angenehmer Nebeneffekt des Virus

Schildbürger gibt’s auch auf Mallorca …

Gibt es Leute in Felanitx, die durch Mauern gehen können …? Es sieht so aus …

… WIE MAN AN DIESEM ZEBRASTREIFEN SIEHT. Ich habe ihn in Felanitx vor der Casa de Cultura und gegenüber der Ortskathedrale entdeckt und er lädt die die Benutzer dazu ein, direkt gegen eine Wand zu laufen! Mir erscheint das Gemäuer, das den Zebrastreifen blockiert, keineswegs neu zu sein und davor gibt es auch keinen Gehweg. Was die Streifenpinselei umso rätselhafter macht. Und skurril ist ebenso, finde ich, dass man das Ding nicht weggemalt hat, als endlich klar war, was für ein Unsinn da existiert …

Schon mal einen Hirsch von rechts gesehen?

ICH NICHT! NICHT MAL VON LINKS ... – es gibt kein Hochwild auf der Insel, abgesehen von den scheuen Bergbewohnern, den Balea- rischen Wildziegen. Und dennoch habe ich an der Ostküste dieses Verkehrsschild gesehen, das davor warnt, dass einem ein Hirsch vors Auto springen könnte. Was ja nicht möglich ist, aber wer oder was ist damit gemeint? Kühe, Pferde, Muli, Esel, Schafe, Ziegen? Oder hat irgendeine verquere EU-Anordnung die Mallorkiner veran- lasst, dieses Wildwechsel-Zeichen völlig sinnlos an ihre in dieser Be- ziehung sicheren Straßen zu platzieren?

 

 

 

Wieso jetzt alle Taxis blau sind …

Die neuen Nummernschilder …

UM ENDLICH DIE „ECHTEN“ VON DEN „FALSCHEN“ UNTERSCHEIDEN ZU KÖNNEN! Heißt es. Und angeblich ging die Initiative von der Insel Mallorca aus – wo vor allem private/illegale Flughafenzubringer so taten, als wären sie Taxis, Phantasiepreise forderten, keinerlei Sicherheit boten und den offiziellen Taxistas die Butter vom Brot stahlen. Da bekamen diese blaue Nummernschilder, und zwar gleich landesweit, und nun kann keiner mehr auf die Betrüger reinfallen.

Alle loben dieses Schiff

So sieht die neue Fähre von Südfrankreich nach Alcudia aus …

ES IST DIE VON TOULON NACH ALCUDIA. Sie sei fast genauso schnell wie die von Barcelona nach Palma und wesentlich angenehmer, weil es viel mehr Kabinenauswahl gebe. Sie verfüge über 4 ausgezeichnete und preiswerte Restaurants, man könne seinen Hunde überall mitnehmen, die Mannschaft sei von ausgesuchter Höflichkeit, und das Beste: Sie sei mit rund 190 Euro (für eine Strecke) auch noch wesentlich billiger! Franzosen betreiben den Fährverkehr, mit dem man um 19 Uhr in Toulon startet und um 6 Uhr in Alcudia ankommt. Ein Freund sagte sogar: „Du wirst direkt von der Autobahn problemlos zum Schiff geführt – jetzt erinnere Dich mal an das Tohuwabohu im Hafen von Barcelona!“ Ich hab‘ die neue Verbindung noch nicht ausprobiert, weil ich ein Auto auf der Insel habe. Aber ich verlass‘ mich auf die Meinung erfahrener Reisender, deren positive Stimmen sich auffallend mehren. Es scheint, dass sich die Spanier warm anziehen müssen …

Wer, bitte, darf hier nicht fahren?

Was sieht man da?

ALSO ENTWEDER IST DAS EIN VERBOTSSCHILD VON ANNO DUNNEMAL – oder in Portocristo verkehren Fahrzeuge, die man sonst nirgendwo sieht! Ich stand davor und rätselte: ein Oldtimer-Bus? Ein 12-sitziges Safari-Auto? Ein Reparaturwagen der nordkoreanischen Verkehrsbetriebe? Ein Eigenbau zum Kindergeburtstag? Das Schild ist mitten im Ort angebracht und verbietet dem, den’s betrifft, eine Straße zum Hafen hinunter zu befahren. Aber wer soll sich da betroffen fühlen? Ein kleines Kuriosum, witzig, finde ich, und ich werde mal nachfragen, ob ich es haben kann. Dann werde ich auch erfahren, für oder gegen wen es gedacht ist, das teile ich dann sofort mit …

E-Autos: Soweit sind wir jetzt schon!

Gesehen in Portocristo …

UND ZWAR SELBST IN KLEINSTEN GEMEINDEN, und in Portocristo habe ich auf dem großen Parkplatz im Zentrum das Arrangement gesehen, das ich hier zeige: Flächen nur für E-Autos („Exzepte Vehicles Electrics en Carrega“ – Ausgenommen Elektro-Fahrzeuge, die aufgeladen werden), das dazugehö- rige Halteverbotsschild und eine Aufladestati- on mit zwei Zapfstellen. Portocristo gehört zu Manacor und somit gratuliere ich dem dortigen Gemeinderat zu seiner weitsichtigen Entschei- dung. Ich vermute allerdings, dass es mehrere solche E-Park- & Zapfplätze auch in kleineren Insel-Orten gibt, gestern in Palma habe ich mindestens ein Dutzend gesehen – Mallorca macht sich! Aber die an der Touristenküste waren die ersten, die ich bemerkt habe.

Eine Eisenbahn bis Portocolom? Den Plan gab’s …

… und das einzige Foto
Der Plan der Bahn …

EIN UNIVERSALGENIE AUS PALMA HAT SIE ENTWORFEN: Pere d’Alcantara Penya i Nicolau (1823.1906). Er lebte in Felanitx, war eigentlich Anwalt, aber lieber Baumeister, der rund ein Dutzend Kirchen auf der Insel entworfen  (z. B. in Portocolom) oder restauriert hat (die Pfarrkirche in Felanitx), daneben schrieb er Kunstraktate, zeichnete fabelhaft – und dann kam er 1886  auf die Idee, die Eisenbahnstrecke von Felanitx (die es damals noch gab) bis nach Portocolom zu verlängern! Penya zeichnete das bestmögliche Gleisbett, berechnete die Kosten, veröffentlichte sein Projekt – aber es scheiterte an der Finanzierung und dem Widerstand der Grundstücksbesitzer. Schade, denn wenn sie schon die Eisenbahn nach Felanitx stillgelegt haben, die ich noch gefahren bin, dann hätten sie vielleicht die Schienen nach Portocolom liegen lassen und man würde heute so gemütlich an die Küste fahren wie im „Roten Blitz“ von Palma nach Soller.

Landkarten: Einspruch! Ja, aber …

Einer der beiden Schuber …
… und als Beispiel die Küste rund um Sa Coma

DIE NETTEN KOLLEGEN VOM „DIARO DE MALLORCA“ HABEN SICH GEMELDET – und ein bisschen gegen mein Landkarten-Post protestiert. Denn ihr Verlag hat 2008 zwei dicke Schuber mit je 26 Landkarten im unfassbar kleinen Maßstab 1:20 000 veröffentlicht, die „Colleccio de Mapas Ortofotografics de Mallorca“ und die  „Colleccio de Mapas Topografics de Mallorca“. Nebeneinander ausgebreitet, würden die 26 Landkarten eine Fläche von ca. 8 x 6 m bedecken. Aber, liebe Kollegen, der Teufel steckt im Wort „Ortofotografics“: Es sind eigentlich keine Landkarten, sondern Aufnahmen aus dem All. Mallorca aus großer Höhe fotografiert und exakt zusammengesetzt! Zwar beschriftet, aber als Autofahrer oder Wanderer kaum zu gebrauchen. Ein tolles Werk und eine Einzelkarte wirkt phantastisch, gerahmt hinter Glas, um sich seine eigene Wohngegend anzuschauen. Dagegen sind die „Topografics“ echte Landkarten, auch im Maßstab 1:20 000, und Gottseidank besitze ich beide Schuber und zeige hier eine „Ortofotografics“ im Detail. Wo bekommt man dieses Wunderwerk noch? In Antiquariaten und man könnte höflich beim „Diario“ oder bei der allwissenden Barbara Pohle von der „Mallorca Zeitung“ nachfragen …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kreisel, Uferstraße – und jetzt die Avenida …

Schön, neu und praktisch …

IN PORTOCOLOM MÜSSEN SIE AUF EINE GOLDADER GESTOSSEN SEIN, bzw. in der zuständigen Gemeinde Felanitx. Denn erst haben sie die T-Kreuzung an der Straße Felanitx-Portocolom an der Abzweigung nach Portocristo zum Autobahnkreisel a la Los Angeles ausgebaut (angeblich für 1,2 Mio. Euro), dann wurde die Uferstraße rund um die Bucht einbahnig dreigeteilt in Auto-, Fahrrad- und Parkzone, und jetzt gestalten sie den bisher fünfspurigen Carrer del Vapor Santueri (die Straße vom Meer landeinwärts in Richtung Golfklub Vall d’Or, beginnend bei SPAR, EROSKI und Apotheke) zum Prachtboulevard aus – mit einer doppelten Bäumchenreihe als mickrige Allee, dazwischen ein Fahrrad- und/oder Flanierweg, rechts und links einspurige Autopisten „und das Ganze“, sagte z. B. meine Freundin Maria B., „völlig ohne Not und bezahlen müssen wir es alle.“ Aber ich denke, es sieht schön aus, wenn’s fertig ist …