Verkehr

Wer, bitte, darf hier nicht fahren?

Was sieht man da?

ALSO ENTWEDER IST DAS EIN VERBOTSSCHILD VON ANNO DUNNEMAL – oder in Portocristo verkehren Fahrzeuge, die man sonst nirgendwo sieht! Ich stand davor und rätselte: ein Oldtimer-Bus? Ein 12-sitziges Safari-Auto? Ein Reparaturwagen der nordkoreanischen Verkehrsbetriebe? Ein Eigenbau zum Kindergeburtstag? Das Schild ist mitten im Ort angebracht und verbietet dem, den’s betrifft, eine Straße zum Hafen hinunter zu befahren. Aber wer soll sich da betroffen fühlen? Ein kleines Kuriosum, witzig, finde ich, und ich werde mal nachfragen, ob ich es haben kann. Dann werde ich auch erfahren, für oder gegen wen es gedacht ist, das teile ich dann sofort mit …

E-Autos: Soweit sind wir jetzt schon!

Gesehen in Portocristo …

ZUMINDEST IN PORTOCRISTO, da habe ich auf dem großen Parkplatz im Zentrum das Arrangement gesehen, das ich hier zeige: Zwei  Flächen nur für E-Autos („Exzepte Vehicles Electrics en Carrega“ – Ausgenommen Elektro-Fahrzeuge, die aufgeladen werden), das dazugehö- rige Halteverbotsschild und eine Aufladestati- on mit zwei Zapfstellen. Portocristo gehört zu Manacor und somit gratuliere ich dem dortigen Gemeinderat zu seiner weitsichtigen Entschei- dung. Ich vermute allerdings, dass es mehrere solche E-Park- & Zapfplätze auch in kleineren Insel-Orten gibt, gestern in Palma habe ich mindestens ein Dutzend gesehen – Mallorca macht sich! Aber die an der Touristenküste waren die ersten, die ich bemerkt habe.

Eine Eisenbahn bis Portocolom? Den Plan gab’s …

… und das einzige Foto
Der Plan der Bahn …

EIN UNIVERSALGENIE AUS PALMA HAT SIE ENTWORFEN: Pere d’Alcantara Penya i Nicolau (1823.1906). Er lebte in Felanitx, war eigentlich Anwalt, aber lieber Baumeister, der rund ein Dutzend Kirchen auf der Insel entworfen  (z. B. in Portocolom) oder restauriert hat (die Pfarrkirche in Felanitx), daneben schrieb er Kunstraktate, zeichnete fabelhaft – und dann kam er 1886  auf die Idee, die Eisenbahnstrecke von Felanitx (die es damals noch gab) bis nach Portocolom zu verlängern! Penya zeichnete das bestmögliche Gleisbett, berechnete die Kosten, veröffentlichte sein Projekt – aber es scheiterte an der Finanzierung und dem Widerstand der Grundstücksbesitzer. Schade, denn wenn sie schon die Eisenbahn nach Felanitx stillgelegt haben, die ich noch gefahren bin, dann hätten sie vielleicht die Schienen nach Portocolom liegen lassen und man würde heute so gemütlich an die Küste fahren wie im „Roten Blitz“ von Palma nach Soller.

Landkarten: Einspruch! Ja, aber …

Einer der beiden Schuber …
… und als Beispiel die Küste rund um Sa Coma

DIE NETTEN KOLLEGEN VOM „DIARO DE MALLORCA“ HABEN SICH GEMELDET – und ein bisschen gegen mein Landkarten-Post protestiert. Denn ihr Verlag hat 2008 zwei dicke Schuber mit je 26 Landkarten im unfassbar kleinen Maßstab 1:20 000 veröffentlicht, die „Colleccio de Mapas Ortofotografics de Mallorca“ und die  „Colleccio de Mapas Topografics de Mallorca“. Nebeneinander ausgebreitet, würden die 26 Landkarten eine Fläche von ca. 8 x 6 m bedecken. Aber, liebe Kollegen, der Teufel steckt im Wort „Ortofotografics“: Es sind eigentlich keine Landkarten, sondern Aufnahmen aus dem All. Mallorca aus großer Höhe fotografiert und exakt zusammengesetzt! Zwar beschriftet, aber als Autofahrer oder Wanderer kaum zu gebrauchen. Ein tolles Werk und eine Einzelkarte wirkt phantastisch, gerahmt hinter Glas, um sich seine eigene Wohngegend anzuschauen. Dagegen sind die „Topografics“ echte Landkarten, auch im Maßstab 1:20 000, und Gottseidank besitze ich beide Schuber und zeige hier eine „Ortofotografics“ im Detail. Wo bekommt man dieses Wunderwerk noch? In Antiquariaten und man könnte höflich beim „Diario“ oder bei der allwissenden Barbara Pohle von der „Mallorca Zeitung“ nachfragen …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kreisel, Uferstraße – und jetzt die Avenida …

Schön, neu und praktisch …

IN PORTOCOLOM MÜSSEN SIE AUF EINE GOLDADER GESTOSSEN SEIN, bzw. in der zuständigen Gemeinde Felanitx. Denn erst haben sie die T-Kreuzung an der Straße Felanitx-Portocolom an der Abzweigung nach Portocristo zum Autobahnkreisel a la Los Angeles ausgebaut (angeblich für 1,2 Mio. Euro), dann wurde die Uferstraße rund um die Bucht einbahnig dreigeteilt in Auto-, Fahrrad- und Parkzone, und jetzt gestalten sie den bisher fünfspurigen Carrer del Vapor Santueri (die Straße vom Meer landeinwärts in Richtung Golfklub Vall d’Or, beginnend bei SPAR, EROSKI und Apotheke) zum Prachtboulevard aus – mit einer doppelten Bäumchenreihe als mickrige Allee, dazwischen ein Fahrrad- und/oder Flanierweg, rechts und links einspurige Autopisten „und das Ganze“, sagte z. B. meine Freundin Maria B., „völlig ohne Not und bezahlen müssen wir es alle.“ Aber ich denke, es sieht schön aus, wenn’s fertig ist …

Manacor hat wieder ein Bahnhofs-Cafe!

Das neue Cafe von Außen …

WEIT ÜBER EIN JAHR GAB’S KEINS, und das vorher war ja auch eine ziemliche Stinkebude. Aber jetzt hat ein neues Cafe eröffnet,es heißt „Ses estacionS“, ist hübsch ausgestattet, hat eine schnelle und nette Bedienung, ist preiswert (Cafe con leche 1.30 Euro) und bereits recht beliebt. Besonderheit: Ein Pavillon etwas abseits vom Getümmel, „La Pergola“ genannt, schattig, geradezu elegant und ideal für einen gepflegten Snack in Gesellschaft. Die Wartezeiten auf die Züge nach Palma (immer um 23 Minuten nach der vollen Stunde …) können also nett ausgefüllt werden.