Wohnen

Wir gehen trockenen Zeiten entgegen …

So wird das Wasser angeliefert …

WOHL DEM, DER IN TROCKENZEITEN EINE ZISTERNE BESITZT! Wohl dem, der sich nie darum kümmern muss, ob Wasser aus dem Hahn kommt, wenn er ihn audreht! Wohl dem … – nein, bei mir ist das anders. Zuviele Leute hängen an der Quelle, die auch mich versorgt. Vor 40 Jahren waren das mal 21, jetzt sind es über 100! An derselben Quelle. Trotz sinkendem Grundwasser. Also muss ich ab und zu den „Wawamann“ bestellen, so nennen wir ihn nach dem Slang unserer Kinder, und der füllt durch einen dicken gelben Zieharmonikaschlauch 10 000 Liter Aqua Potable in meine Cisterna. Ich erinnere mich, dass diese Menge Trinkwasser mal 25 Mark gekostet hat. Dann stieg sie schlagartig auf 25 Euro (wässriger Umtauschkurs: 1:1), auf 30, 35, 40, 45 – und gestern (September 2017) auf 55 Euro. Es heißt, wenigstens sagt das mein Schweizer Nachbar, dass das Wasser aus dem Tankwagen immer noch billiger ist als das Wasser aus der Leitung/Quelle. Aber ist es auch auberer? Ich weiß es nicht, aber es sieht genauso aus. Schmeckt auch so. Jetzt bin ich gespannt, wenn der 10 000-Liter-Preis auf 60 Euro steigt. Das wird vermutlich bald sein, denn wir gehen Zeiten entgegen, da Trink- oder Süßwasser auf der Insel kostbarer sein wird als Wein. Sofern er nicht gepanscht ist …

Die Geschichte hinter La Fortalesa

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DIE HALBINSEL MIT IHREM URALTEN FORT, 90 000 qm Grund zwischen Port de Pollenca und Formentor und einer unfassbaren Luxusbebauung gehört zu den schönsten Immobilien Mallorcas. Lange Jahre wusste man nicht, wer sie letztendlich (noch ewigem Hin & Her, was die Besitzverhältnisse, den Preis und die Umstände des Verkaufs betraf) gekauft hatte, dann stellte sich 2015 heraus, dass La Fortalesa seit 2011 Lord James Lupton gehört, einem Investmentbanker und Schatzmeister der britischen Konservativen Partei. Preis? Das Anwesen hat ihn offiziell 30 Mio. Pfund – rund 40 Mio. Euro – gekostet, nachdem es 2008 für 125 Mio. Euro angeboten worden war. Lupton ist Mitbegründer des Investmentfonds Greenhill Europe, sein Vermögen soll bei 170 Mio. Euro liegen, und es war schnell klar, dass mit diesem Preisverfall was nicht in Ordnung sein konnte. Tatsächlich ergaben Recherchen, dass La Fortalesa ihn durch einen Steuertrick nur ca. 16,5 Mio. Euro gekostet hat. Die Immobilie kann übrigens gemietet werden, ein Aufenthalt von 1 Woche erzielte 2014 bei einer Benefizauktion in London 220 000 Pfund (rund 250 000 Euro) und einer breiteren Öffentlichkeit wurde sie durch die BBC-Serie „The Night Manager“ bekannt, in der sie als Refugium des Oberganoven Richard O. Roper diente, gespielt von „Dr. House“ Hugh Laurie. Aber das ist nur das spannende Ende der Geschichte, die 1919 beginnt. Damals kaufte der argentinische Bildhauer und Exzentriker Roberto Ramauge (1882-1973) La Fortalesa für lächerliche 45 000 Peseten, baute einen riesigen Palast und genoss die Exklusivität – die Immobilie ist nur vom Meer einsehbar – mit damals berüchtigten Orgien. Im Spanischen Bürgerkrieg enteignete ihn das Militär, zwischen 1945 und 1964 kämpfte Ramauge um die Herausgabe, musste aufgeben und erst 1989, da war er längst tot, bekamen seine Erben La Fortalesa zurück und verkauften es an anonyme Briten, die es dann an Lord Lupton weiterverscherbelten.

 

Auf einer Ensaimada sitzen …

Ensaimada-Kissen 1DER GAG GEHT MEIST SCHIEF, denn keiner wagt es, sich da draufzusetzen! So täuschend echt, ist die Ensaimada aus Stoff. Die Idee an sich ist großartig: Lebensmittel aus Mallorca derart 1:1 als Polster umzusetzen (d. h.: auf Gewebtes zu drucken und aufzuplustern), dass man meint, da liege eine richtige Ensaimada, weil man ja zu sehen meint, wie der Puderzucker beim leisesten Lufthauch von der Blätterteigschnecke geweht wird! Die Nachricht von dieser Kissen-Erfindung ist an sich nicht neu, aber ich bezweifle, dass ein anderer Blogger die gepolsterte Ensaimada (vom Bäcker geliefert ein typisches Frühstücksgebäck der Insel, zugerichtet in Schmalz) am eigenen Leib ausprobiert hat! Sie kostet 23.90 Euro, wird im originalen, sechseckigen Gebäck-Karton verschickt, hat Sofakissengröße (rund 35 cm Durchmesser), ist etwa 5 cm hoch und eine Idee auf Mallorca lebender Designer. Warnung: Ein witziges Ding fürwahr, als Gag leider schnell verbraucht und in der Benutzung eher anschreckend als einladend. Internet: info@mallorcafatalent.com