Die Wahrheit über „Dhraa“ …

Die Disco „Dhraa“: Irgendwannn ist jeder schon mal daran vorbeigefahren …

… ODER: WARUM SCHREIBT SIE KEINER? Das ist wieder mal so ein Fall, wo ich bekennen muss: Ich bin wahrscheinlich der am längsten schreibende deutsche Autor auf Mallorca! Seit 1966. Da hat sich eben mehr im Hirn festgekrallt als bei Anderen. Zu der Erkenntnis kam ich, als über den Verkauf der Disco „Dhraa“ links an der Straße von Portocristo nach Cala Millor berichtet wurde: zum Schnäppchenpreis von 245 000 Euro an den deutschen Unternehmer Markus W. Breisch. Plus 2,5 bis 3 Mio. Euro für die Renovierung (kalkuliert er). „Dhraa“ war seit 1993 stillgelegt (bis auf ein Restaurant im Außenbereich), 28 Jahre! Dabei hatten nach der Eröffnung 1986 jeden Abend von 23 Uhr bis Sonnenaufgang bis zu 10 000 Enthemmte in dem seltsamen Gebäude gefeiert. Unter der Regie des neuen Besitzers soll das Entertainment nobler werden rund um den Pool, in den Gärten und auf den Türmen. Die Genehmigungen hat er angeblich alle. Und nun der Griff in die Historie: Gebaut hat „Dhraa“ ein berüchtigter Mallorkiner – tja, aber da fehlten leider ein paar Genehmigungen. So wie immer. Den ersten Entwurf für die weltweit einmalige Anlage hatte er sich bei Jörn Utzorn geholt, dem Erbauer der Oper von Sydney. Der stieg aber schnell aus, als das Honorar ein warmer Händedruck sein sollte. Dann machten sich die Künstler Guillermo Perez Villalta und Miguel Barcelo ans Werk – und stiegen ebenfalls aus. Grund? Derselbe. Inzwischen bröckelte „Dhraa“, der Aufenthalt wurde unsicher, und die Gemeinde entdeckte plötzlich, dass wichtige Genehmigungen fehlten, und die Statik, mein Gott – und da schlossen sie den Komplex! Eigentlich schade, denn er sieht toll aus, man kann richtig spaßig feiern darin. Aber wie das so ist auf der Insel: Erst mal aufmachen und Kohle scheffeln, alles andere ergibt sich schon/vielleicht/irgendwie! Der Besitzer gab jedoch auf, weil ihm die versiegelte Riesen-Disco zu teuer wurde und sie ihn eher verknackten, als ihm die fehlenden Lizenzen zu geben. „Dhraa“ wurde später angeboten wie Sauerbier, anfangs für 1,7 Mio. Euro. Und jetzt ist es deutsch – zu einem Siebtel des Preises …

Die Wahrheit über „Dhraa“ …
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