Eine Nostalgie im Badezimmer …

Eine „Maja“ allein …
… und der alte Kasten

ERINNERT SICH NOCH EINER AN UNSERE ERSTEN JAHRE AUF MALLE? An die vielen Straßen ohne Asphalt, die selbst- verständlichen Cog- nacs zu den Corta- dos und die älteren Herrschaften, die beglückt lächelten, wenn sie in einem Anfall von geistiger Regsamkeit Spa- nisch zu sprechen glaubten, im Laden „Käso“ sagten und tatsächlich Käse beka- men! Es war das Zeitalter der „Maja“-Seife, die rund war und in schwarzes Papier eingewickelt, darauf ein Sticker mit einer Flamenco-Tänzerin mit einem Fächer so groß wie ein Paravent. Man kaufte das Putz- mittel in einem hübschen Karton, der rundherum ähnlich bebildert war, und als Behältnis in den Werkzeug- schrank wanderte, wenn die Seife verbraucht war. Jahrelang lagerten darin bei uns Lüsterklemmen und Steckerteile, Holzkeilchen und Mäusefallen, Batterien und kleine Glühbirnen. Warum schreibe ich das? Weil ich so einen „Maja“-Kasten voll mit unbenützten Seifenstücken entdeckt habe in einem Schrankfach, das nur mit Leiter einsichtig war; die Seifen immer noch dufteten und schäumten nach 30 Jahren, und mich auf eine Zeitreise mitnahmen ins Jahr 1958, als meine Großmutter nach Mallorca ausgewandert war. „Maja“ kann man immer noch kaufen, sogar bei Rossmann in Deutschland, ein Kästchen mit 3 Stück kostet 8.99 Euro. Aber da fehlt die Nostalgie, die Memory, der Zauber und der spezielle Duft der frühen Jahre. Und mit den neuen Kästen kann man hinterher wenig anfangen …

Eine Nostalgie im Badezimmer …
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