Mein CORONA-Tagebuch: Oh, Gott!

WAS PASSIERT EIGENTLICH, wenn ich auf die Straße gehe und zu einem Polizisten, der mich aufhalten will, sage: „Verzeihen Sie, ich muss in die Kirche, um mit Gott zu sprechen!“ Ist Beten eine amtlich anerkannte Lebensnotwendigkeit? Die Erzdiözese sagt, sie habe nichts dagegen, dass die Kirchen offen stünden, aber das müsse jedes Pfarramt für sich entscheiden. Prachtvolle leere Häuser, denn Messen könnten für alte Menschen tödlich sein, Gottesdienste sind verboten – zum ersten Mal seit das Christentum Staatsreligion in Spanien ist. Ich denke, dass der Polizist ratlos ist und aus Verlegenheit grob wird. Aber das Gebet ist tatsächlich für viele Gläubige überlebenswichtig als Nahrung für die Seele. Wenn ich in die Apotheke darf, dürfte mir der Zugang zur Kirche nicht verwehrt werden. Es hat nur noch keiner probiert, soweit bekannt. Ich auch nicht, weil in meiner Gegend weit und breit keine Kirche steht. Meine Kollegen von den Wochenzeitungen sollten meine Idee mal aufgreifen …

Mein CORONA-Tagebuch: Oh, Gott!
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