Mein CORONA-Tagebuch: Polizisten!

SIE SCHWÄRMEN WIEDER AUS WIE ZU FRANCO-ZEITEN! Bei manchen glaube ich in der Freude, die ihre Gesichtszüge umspielt, den inneren Schweinehund wiederzukennen. Endlich ist ihnen erneut die Allmacht gegeben, und denen besonders, die vom Festland sind und sich in der Corona-Krise auf Mallorca vorkommen wie die Kolonialherren. Ich wohne an einem schotterigen Schafspfad mit 15 weit verstreuten Nachbarn – wir sind 9 Ausländer und 7 Mallorkiner. Die Ausländer sind alle geflohen, oder wurden ausgewiesen, da keiner eine Residencia besitzt, die Eingeborenen sind wieder unter sich. Ein einsamer Weg ins Gebirge, in 5 km Umkreis keine Siedlung. Reines Bauernland. Und dennoch tauchen zwei Polizisten in einem Streifenwagen auf und patrouillieren. Ob ja kein Nachbar eine Party gibt, oder mehr als eine Person im Auto sitzt, oder Grüppchen ins Gelände wandern aus lauter Langeweile. Und als einer fragte: „Habt Ihr nichts Wichtigeres zu tun?“, verlangten sie seinen Ausweis zu sehen, den er natürlich erst aus dem Haus holen musste. Ach ja: Sie trugen Gummihandschuhe und Atemmasken! Fernab jeder Zivilisation. Auch ich hätte sie gerne etwas gefragt, aber dafür reichte mein Spanisch nicht: Nach der „Verhältnismäßigkeit der Mittel“. Hätte ich „proporcionalidad“ sagen müssen?

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