Verzeihung, gnädige Frau …

... ABER IHRE KLAGE IST GEGEN DIE GUTEN SITTEN! Sie (eine gewisse Katja Th.) beschweren sich darüber (in einem ellenlangen Leserbrief), 1. dass Jäger in Ihrem Wohngebiet laut knallen mit ihren Flinten, und 2. Ihren geliebten Kater erschossen haben, mit dem Sie, schreiben Sie, das Bett teilten. Diesen Tiermord finde ich auch furchtbar, und der Typ, der das getan hat, gehört vor Gericht! Aber eins muss ich Ihnen leider sagen: Sie können sich nicht in der Fremde ansiedeln („Ich bin vor vielen Jahren nach Mallorca aufs Land gezogen …“) und dann den Einheimischen vorschreiben, wie sie sich zu benehmen haben! Das ist zwar typisch deutsch (andere marschieren in der ersten Reihe der Demonstranten gegen Stierkampf, Autobahnen und Zersiedelung). Auch wenn wir mit Ihnen um Ihren Kater trauern – die Mallorkiner gehen seit der Erfindung des Schießpulvers auf die Jagd, also seit rund 800 Jahren, die wird strengstens kontrolliert, und wenn Sie sich beschweren, dabei würden „kleine Vögel“ erlegt, so ist das Unsinn: Ich versichere Ihnen, dass von einem Finken oder einer Drossel nichts übrig wäre, würden sie von einer Schrotladung oder Kugel getroffen. Die Jäger gehen zu 90 % auf Turteltauben (wofür ich sogar dankbar bin) und Rothühner, vergleichbar unseren Rebhühnern. Also hören wir „Quadratschädel“ auf, uns wie Deutsche in den ehemaligen Kolonien aufzuführen! Der Kauf einer Immobilie gibt uns noch lange nicht das Recht, uns auch im Ausland wie Sittenwächter aufzuspielen. Wir sind und bleiben GÄSTE und so sollten wir uns auch benehmen, und ich gehe sogar so weit, dass ich meine, Sie sollten als Ausländerin wegziehen statt die mallorkinischen Jäger zu vertreiben zu wollen, denn Sie sind ja in deren Revier eingedrungen …

Das Archiv des Grauens …

„Das Archiv des Königreichs Mallorca“

… ES HEISST „ARXIU DEL REGNE DE MALLORCA“ und liegt in Palma. „Grauenvoll“ deshalb, weil es die Polizeiberichte der Franco-Ära enthält (neben den Folianten der weniger belasteten, jahrhundertealten  Geschichte), und das heißt: Man muss auch noch dankbar sein, dass es sie gibt. Denn wenn Nachfahren, Historiker, Schriftsteller und Journalisten etwas wissen möch- ten über das Schicksal der in den 30er-Jahren nach Mallorca geflohenen Juden, oder der Emigranten ganz allgemein, der ist zu oft mangels anderer Quellen auf diese einseitigen, kaum je fairen Protokolle derjenigen angewiesen, die ihre schlimmsten Feinde waren! Das ist, als würden man Gestapo- oder Stasi-Akten lesen – für den, der gute Nerven besitzt, interessant, aber sehr selten auf das Leid der Geflohenen eingehend, vom Mitleid ganz zu schweigen. Das Arxiu ist, so ungern man das sagt, ist der beste Fundus dieses faschisti- schen Unrechts auf der Insel …

Die Statistiken der Wahrheit!

WAS CORONA BETRIFFT, spielt sich der Virus auf zwei Ebenen ab: A. Was man fühlt und sieht, und B. Was die offiziellen Statistiken offenbaren – und das ist schlimmer als die erlebte Wirklichkeit! 1. Da gibt es z. B. eine Suppenküche in Palma (eine von mehreren), zu der kommen jetzt jeden Tag mehr als 1200 Hungrige, das sind 6 x mal als vor der Pandemie, und viele stehen schon lange vor 10 Uhr an, der Startzeit der Suppenausgabe! 2. Die Balearen, sagt der spanische Forschungsrat CSIC, haben 2020 so viel Wirtschaftskraft verloren (-28 %), dass sie auf dem Stand von 2000 sind! 3. Im Jahr 2019 konnten sich die Inseln darin sonnen, auf Platz 6 der reichsten Provinzen Spaniens zu liegen; 17 Provinzen gibt es – und für 2021 muss man mit einem Absturz auf Platz 13 rechnen! 4. Gegen Ende 2020 waren, so die Balearen.Universität, bereits 33 000 Bewohner in derart bittere Armut getrieben worden (etwa jeder 30.), dass sie nicht mehr aus eigener Kraft überleben können. Und leider ist der Spuk noch lange nicht zu Ende und Entschuldigung, dass ich ausnahmsweise so miese Nachrichten verbreite …

Hier schlagen Rafa und Carlos ab – und zu …

Tennisspieler Nadal …
… Formel 1-Pilot Sainz

DAS IST EINE GOLF-GESCHICH- TE, aber sie kann auch Nicht-Golfer interessie- ren, z. B. Tennis- und Motor-Fans! Denn an der Costa de los Pinos = Son Servera spielen Rafa(el) Nadal und der Formel 1-Pilot Carlos Sainz jr. Der hat eine Villa am Platz, Nadal kommt aus Manacor angedüst in seinem weißen Ferrari, beide sind Mitglied im Klub und spielen hervorra- gend, um nicht zu sagen – professionell. Nadal mit Handicap 1,5 (das ist schier unglaublich gut, aber wen wundert’s), Sainz immerhin mit 10,8. Es macht also Spaß, ihnen selbst aus der Ferne zuzugucken, und hat man Glück, sind auch noch das Ex-Tennis-As Carlos Moya und der Papa von Sainz, Carlos sr. (der legendäre Rallye-Weltmeister) dabei.

Da schreibt einer wie wild …

… ABER WENIG-STENS WOHNT ER AUF DER INSEL! Das ist bei kaum einem der Fall, der sich als „Mallorca-Experte“ aufspielt. Thomas Niederste-Werbeck, 55, hat ein Haus in Artá und wird vom Verlag als „Einrichter & Kreativdirektor“ vorgestellt, was auch immer das bedeuten mag. TNW, ich kürze den umständlichen Namen mal ab, veröffentlicht gerade ein Insel-Buch nach dem anderen, und das im noblen Callwey-Verlag und ich halte mich mal mit meiner Kritik zurück, weil dieser Autor sich offensichtlich um Seriosität bemüht (auch selten bei Kollegen) und ich mir noch nicht ganz klar bin über Sinn & Qualität seines Gedrucktem. Das übrigens mit 39.95 Euro stolz bepreist wird! Neu erschienen sind „Mallorca mit Stil“ und „Zu Gast auf Mallorca“ und noch kann ich beide Bücher empfehlen, auch wenn ich einen harten Kampf zwischen Kosten und Nutzwert erahne …

Die armen Z … von Mallorca …

… MUSSTEN HERHALTEN ALS KURIOSITÄTEN! Es war eine belgische Firma für Bis- kuits & Schokoladen, Victoria, die Sammlerkarten produzierte und auf die Rückseite eine völ- kerkundliche Legende druckte in Französisch und  Flämisch. In den 1940er-Jahren muss das gewesen sein, da hat man die Z … sicher nicht gefragt, sondern einfach vor die Kathedrale ge- karrt im Kostüm, und wie un- gern sie fotografiert wurden, sieht man an ihren Mienen. Die Karte steht bei Ebay für 3.60 US-Dollar zum Verkauf und ich habe sie erworben, um sie aus dem Verkehr zu ziehen. Da mag zwar einiges vorgekommen sein in den letzten Jahren in ihrem Viertel Son Banya, aber die Zeiten der „Völkerschauen“ müssen nun wirklich vorbei sein. Die Firma Victoria stellte ihren Betrieb übrigens schon 1970 ein …

Ganz toll, Senora Macarena …

Mutig: Macarena de Castro

DIE STERNEKÖCHIN AUS PORT D’ALCUDIA hatte zwar ihr Lokal im Norden nach der Winterpause 2019/20 nicht wieder eröffnet (wozu auch, wenn die Klientel fehlt …), aber da sie „Herdweh“ plagte, machte sie im Sommer das „Andana“ in Palma auf (am Bahnhof der Placa d’Espanya) – und es gab nicht wenige, die sie bemitleideten und ihr den finanziellen Ruin voraussagten. Und was ist passiert? Das Restaurant floriert, Macarena de Castro kann gar nicht soviel kochen, wie gegessen wird, und dankbare Kunden loben sie auch hier in den höchsten Tönen: „Kein teurer Sternenhype, sondern ehrliche, bodenständige Küche mit saisonalen Produkten und dem speziellen Macarena-Touch.“ Es geht also was trotz Corona, wenn man’s richtig anpackt! Schauen Sie doch mal rein: www.andanapalma.es.

Wer ist dieser Canizales?

Die Weine auf einer Anzeige im „Mallorca Magazin“

ER HAT DIE ETIKETTEN DER NEUEN MACIA BATLE-WEINE GESTALTET, aber er ist ein eher rätselhafter Mann: Kein Vorname, kein Geburts- datum, man weiß aber, dass er Comic-Zeichner ist, in Cali (Kolumbien) geboren wurde und studiert hat, und dass er in Palma lebt – vorwiegend als Illustrator. Seine Etiketten der 2020er Negro, Blanc und Rosat („Maceracio Carbonico“) von Batle werden sicher Sammler- stücke werden, denn sie sind ungewöhnlich, mysteriös und wirken wie Stills aus Comic-Filmen. Entdeckung: Ich fand ein Buch auf Deutsch von Canizales, es kostet 16 Euro, heißt „Hübsch!“, ist eine Hexengeschichte und bei Thalia erschienen …

Hab‘ ich’s nicht geahnt?

DASS DIE ANGEBLICHE LIEBE DER NULLINGERS spätestens Ende Januar beendet ist, wenn alle Möglichkeiten für eine noch so hahnebüchnerne Selbstdarstellung in den Medien ausgeschöpft sind. Armes Mallorca! Immer rutscht unsere liebenswerte Insel in diese Ego-Kacke mit rein – und hat, weiß Gott, genug zu tun mit den kugelförmigen Viren. Da braucht es zweibeinige Störfaktoren, die die geistige Gesundheit angreifen, wirklich nicht! Gottseidank ist bei den Beiden die Ansteckungsgefahr unter vernünftigen Menschen sehr gering, zumal sie sich meist in die selbstgewählte Quarantäne der Lächerlichkeit begeben. Ich warte jetzt eigentlich nur noch darauf, dass sie endlich Mallorca verlassen als Folge der Unmöglichkeit, sich auf der Insel eine Existenz mit ehrlicher Arbeit aufzubauen …

Ausgerechnet jetzt – Curling …

So berichtete die „Mallorca Zeitung“ darüber …

EIGENTLICH: WARUM NICHT? AKTUELL: NICHT GANZ BEI TROSTE! Das sage ich zu der Meldung, dass sie in Port Adriano drei Curling-Bahnen eröffnet haben. Die Vielfalt der Insel wird dadurch zwar erweitert, aber das Kontaktverbot gilt doch auch für derlei geselligen Sport (mal von den Kosten für die Anlage gar nicht zu reden), und da frage ich mich: Was soll das? Gibt’s nichts Dringlicheres? Und das alles für die paar Ausländer, die schon mal einen Curling-Stein in der Hand hatten? Oder Neulinge, die es mehr oder weniger alleine ausprobieren müssen. Port Adriano ist zwar der rührigste, unterhaltsamste aller Insel-Häfen und die Tramuntana prangt in weißer Pracht, aber Curling …  – Nette Idee, falscher Termin …