Wie Plinius Sineu adelte …

Sineu in seiner ganzen Pracht …
Plinius

ES LOHNT SICH IMMER, beim alten Römer zu stöbern, der den Ausbruch des Vesuvs und den Untergang von Pompeji als Augenzeuge so dramatisch beschrieben hat: Plinius der Jüngere, 61-115 n. Chr. Dafür, dass er so jung gestorben ist, hat Plinius eine Fülle von Texten hinterlassen, und nun komme ich endlich zum Punkt: Seine Reisebeschreibungen gehören zur besten Literatur des klassischen Altertums. Plinius ist enorm rumgekommen, hat ein waches Auge besessen – und war neugierig wie ein Spürhund. Und wenn ich was zu sagen hätte in der Stadt Sineu, dann würde ich eine Tafel zu Ehren von Plinius an den Marktplatz nageln. Weil er um 100 n. Chr. ein SINEUM erwähnt hat, und das kann nur Sineu auf Mallorca gewesen sein, und das dürfte der mit Abstand älteste Hinweis sein, wodurch Sineu im Orts-Ranking der Insel einen gewaltigen Sprung zur Spitze machen würde. Nun, abendfüllend ist das nicht, was da steht, aber allein den Namen hinzuschreiben vor fast 2000 Jahren, genügt doch!

Vertreibung aus dem Paradies (Version 2.0)

Peter Eisenmann (grünes Hemd) kutschiert vierspännig durch seinen Garten Eden …

EINE DUNKLE WOLKE HÄNGT ÜBER DEM TAL HINTER FELANITX, zwischen dem Sant Salvador (509 m) und dem Mola de Fangar (318 m). Sie verdunkelt das Paradies Es Fangar des deutsch-schweizeri- schen Unternehmers Peter Eisenmann – und man hört Fürchterliches. Zerschlagen könnte der Besitz werden, weil er in den Mahlstrom der Insolvenz zu rutschen droht, die den Weltkonzern Eisenmann befallen hat. Die Eisenmanns, Peter & Sabine, möchten ihren Garten Eden bewahren, den sie aus wildem Brach- land schufen, das viele Jahrzehnte lang zur Müllhalde verkam – und es wäre ein Jammer für Mallorca, wenn es ihnen nicht gelänge. Mit dem alten Schloss, den prachtvollen Gästevillen, dem Gestüt, dem Weinberg, der Ölmühle, der Erlebnis-Imkerei, dem Naturschutzgebiet für Tiere, die sonst weit und breit nicht mehr vorkommen, dem puren Öko-Fincashop, dem Jagdmuseum, den Kunstsammlungen, den stillen Wanderwegen, der eigenen (öffentlichen) Schule und so weiter und so weiter. Selten hat ein Ehepaar einer ganzen Landschaft so wohl getan und für mich sind sie die vorbildlichsten Deutschen (Schwaben mit Schweizer Pass) auf Mallorca. Stückweise, so vernehme ich, sollen jetzt Juwelen aus dem Paradies gebrochen werden und der Erlös in die Pleite einfließen. Bitte, nicht! Ich würd‘ sogar was spenden, um Es Fangar zu retten …

Noch ’n Gedicht! Poesie Nr. 2 …

ICH HABE HERUMGEHORCHT und zu meiner großen Überraschung entdeckt, dass anscheinend Hunderte von unter uns lebenden Menschen Mallorca-Gedichte reimen und veröffentlichen – in Büchern und im Internet. Zum Teil sind es seitenlange Balladen, andere wirken eher wie balearische Haikus. Einerseits erheitern sie, was sicher oft nicht in der Absicht des Lyrikers lag, andererseits gibt es aber auch professionelle Poesie von literarischer Klasse. Ich werde von nun an jede Woche einen der Reimer mit einer Strophe vorstellen und zwar diesmal Georges Ettlin – und sein durchdringend romantisches Gedicht „Mallorca im Februar“:

… und dann folgen mehrere Vierzeiler mit Frühlingserlebnissen. Auf der Zunge zergehen lassen und viel Spaß beim Staunen! Sollte der Wunsch bestehen, die Gedichte vollständig zu lesen, so verweise ich auf Google

Gute Idee: Cocktails mit Hierbas!

Die vier Rezepte von Antonio Nadal auf Hierbas- und Palo-Basis …

MIR WAR DAS UNBEKANNT, ich trinke zwar regelmäßig das Kräutergebräu, aber immer nur pur und höchstens auf Eis mit einem Stück Zitrone. Aber dann geriet ich auf die fabelhafte Website der Destille Antonio Nadal (Bunyola) und entdeckte 4 Rezepte mit netten Fotos: Hierbas als Spritz, Mojito, Sour und Paloreo (mit „Palo“). Zwar bietet Nadal die Cocktails nur mit „Tunel“ an, aber das soll keinen hindern, andere Marken zu verwenden. Fazit: Auf diese Weise wandert der Hierbas aus der Hausapotheke in die Hausbar, aus dem Magenbesänftiger wird ein Unterhaltungsdrink …

… und jetzt mit Widmung!

EIN MALLORCA-FAN HAT MICH AUF DIE IDEE GEBRACHT, Jochen F. aus Hamburg. Er meinte: „Viele Leute hätten Ihre Bücher gern mit persönlicher Widmung. Warum bieten Sie nicht Ihre Restexemplare signiert an?“ Ich habe nicht mehr viele, denn meine Insel-Bücher haben sich alle gut verkauft, aber ein paar gibt es noch, mein vergriffe- nes „Lexikon der Inselgeheimnis- se“ und mein E-Book „Dass ich sie ermordet habe, daran ist meine Frau ganz alleine schuld“. Die biete ich jetzt tatsächlich auf eBay an, für je 8 Euro, und wer eins kauft, der kann die Widmung wählen, die ich hineinschreibe. Das läuft ganz gut und wenn einer das hier liest und auch Interesse hat, kann er mir ja gerne eine Email schreiben. Adres- se: axelthorer@yahoo.de

Respekt vor diesen Alemanes!

Die Anzeige der Malerfirm Weiss

NATÜRLICH GAB ES DEUTSCHE FIRMEN AUF MALLORCA SEIT 18nochwas. Kaum eine existiert noch. Aber um 1960 kam eine zweite Welle von Auswanderern auf die Insel, erst die Rentner (darunter erstaunlich viele Militärs) auf der Suche nach einem sonnigen Alterssitz, und ihnen folgten in den 70er-Jahren Handwerker, die „Made in Germany auf Mallorca“ anbo- ten. Sie produzierten Wurst, Fenster & Türen, Sonnenenergie und – Malerar- beiten. Jetzt können sich einige rühmen, seit fast einem halben Jahrhundert zu existieren, wie etwa der Maler Weiss in Peguera, der in die zweite Generation geht, und das heißt schon was im Ausland. Da gratuliere ich herzlich, besser integriert kann man kaum sein, und wie ich höre, zählt nicht nur die deutsche Top-Prominenz zu den Kunden, sondern zu mehr als 50 % läuft das Geschäft mit Spaniern …

Das Problem zur Zeit ist …

… und so kalt ist’s an Land
So warm ist das Meer …

… DASS DIE LUFT KÄL- TER IST ALS DAS MEER! Das muss nicht so sein im Mallorca-Winter, aber zur Zeit ist es so: Nachts sinkt die Temperatur an Land bis auf und steigt tagsüber maximal auf 16° (aber sel- ten). Das Mittelmeer steht im Moment bei 14° bis 15°, bleibt kons- tant und dadurch ist es im Schnitt wärmer als die Luft. Das be- wirkt einige Wetterphänomene, Morgennebel z. B., oder Wolken- bänke, aus denen es zumindest leicht regnen kann, und Strand- spaziergänge fühlen sich – eigenartigerweise – weniger kühl an als Bergwanderungen. Und der Wind vom Meer ist wärmer als die Brise aus dem Pla. Da kann man nix machen, das ist eben so, und ich schreibe das für diejenigen, die sich wundern, dass sich das Inselklima etwas anders anfühlt als sonst …

Adios, Schaf – Ciao, Kuh!

Da gibt’s bald nix mehr zu feiern …
… und Kühe überleben als Sparschweine

MUSS MAN WOHL BALD SAGEN, und dass das, was da gerade geschieht, den Zei- tungen nur eine Rand- notiz unten rechts wert ist, bewer- te ich als Dummheit! Denn nicht nur die Bauern sterben aus, sondern auch das liebe Vieh. Mallorca wird bald zu 100 % auf Importe angewiesen sein – und hatte früher das Festland versorgt! Man muss sich die Zahlen nur mal auf der Zunge zergehen lassen: 2008 gab es auf der Insel 12 727 Rinder, 2018 waren es nur noch 7500, ein Minus von 41 %. Es existieren nur noch 28 Milchviehbetriebe! Und nicht nur das: In den genannten 10 Jahren sank die Zahl der Schafe um 95 000, das ist ein Sechstel des Bestandes! Ich sehe die Zeit kommen, da Mallorca nicht nur mit Tankschiffen voller Süßwasser versorgt werden muss, sondern auch solchen, in deren Bäuchen Kuhmilch schwappt – oder durch Containerschiffe voller Leche-Tetrapaks. Ich vermisse das „Mäh“ und das „Muh“ heute schon…

Ein echter Malle-Udo … – aber viel zu teuer!

Heimweh nach Mallorca auf Art von …
… Udo Lindenberg

DER DEUTSCHE MUSIKER UDO LINDENBERG ist bisher eigentlich nicht als Mallorca-Fan aufgefallen, aber ich habe gerade entdeckt, dass er als Künstler (der eine Malerei mit vielfarbigen Likören bevorzugt) eine Serigrafie geschaffen hat, die er „Heimweh nach Mallorca“ nannte. Auf der ist er rechts unten abgebildet, liegend und wie üblich mit Hut, einem Löwen zuprostend, und das Gebäude im Zentrum dürfte seine künstlerisch sehr freie Auffassung von der Kathedrale sein. Im Frühjahr 2020 wurde das 42 x 56 cm große Blatt von einer Berliner Galerie gerahmt und versandfrei für 1980 Euro angeboten, was ich als total überteuert empfinde für einen Druck, von dem nicht klar ist, welche Auflage er hat, und ob er wenigstens von Lindenberg handsigniert wurde. Dennoch: Es ist ein so hübsches „Likuarell“, dass man es gerne im Wohnzimmer hängen hätte …

 

 

 

 

 

 

 

Noch ’n Gedicht! Poesie Nr. 1 …

ICH HABE HERUMGEHORCHT und zu meiner großen Überraschung entdeckt, dass anscheinend Hunderte von unter uns lebenden Menschen Mallorca-Gedichte reimen und veröffentlichen – in Büchern und im Internet. Zum Teil sind es seitenlange Balladen, andere wirken eher wie balearische Haikus. Einerseits erheitern sie, was sicher oft nicht in der Absicht des Lyrikers lag, andererseits gibt es aber auch professionelle Poesie von literarischer Klasse. Ich werde von nun an jede Woche einen der Reimer mit einer Strophe vorstellen und beginne mit einem, der sich geheimnisvoll abraham1110 nennt – und sein etwas seltsames Gedicht „Mallorca im Schnelldurchlauf“:

… und dann folgen schier endlose Zeilen mit Urlaubserlebnissen. Auf der Zunge zergehen lassen und viel Spaß beim Staunen! Sollte der Wunsch bestehen, die Gedichte vollständig zu lesen, so verweise ich auf Google