Bäume

Bei seinen Bildern kann man irre werden …

Ein typischer Baum …
… sowas gibt’s auch in Farbe …
… und sein Selbstporträt

WEIL MAN NICHT KAPIERT, wie einer das malen kann! Der muss doch wochenlang an seiner Staffelei sitzen, um einen Baum derart detailliert auf die Leinwand zu bringen! Andreu Maimó, Jahrgang 1946, geboren in Cas Concos, der dritte große Künstler aus Felanitx, mit Barceló und Duarte. Einer, der die Kunst beherrscht, einen Baum naturgetreu und doch auf seine individuelle Art darzustellen. Ein wunderlicher Typ, dieser Maimó: Schläft am Tag und malt nachts, hat ein Atelier an der Straße – und stellt jeden Tag herrliche Bilder zum öffentlichen Betrachten in seine Fenster. Schafft es sogar, seine unerklär- lichen Bäume in noch viel unerklärlichere Skulpturen zu verwandeln! Und wenn er sich endlich doch mal aus seinem persönlichen Wald begibt, dann kann er viel mehr: Landschaften und Porträts, Stillleben und Tiere – einfach alles. Ich beneide einen Freund in Cala Murada, der schon vor Jahren begonnen hat, Maimó zu sammeln und nun rund 30 Originale besitzt. Ich werde nächste Woche den Versuch unternehmen, ihn in seinem Atelier zu treffen und einen Baum abzuschwatzen, vielleicht kann ich mir ja eine kleine Zeichnung leisten …

Palmen? Da lohnt es sich zu suchen …

Eine Palma aus meinem Tagebuch …

SIE KOSTEN EIN VERMÖGEN (wenn man nicht aufpasst), aber zu jedem „Apothekenpreis“ gibt es auch ein Schnäppchen-Angebot auf Mallorca. Dafür ist die Insel berühmt! Gerade bei Palmen, die hier nicht Zuhause sind. Ich will mal die Spannen nennen, die einem so begegnen: Eine 5 m hohe Kanarische Dattelpalme kann 6000 Euro kosten, aber ich habe eine ähnliche Palma für 800 Euro gesehen. Was für ein krasser Unterschied! Zweites Beispiel: Eine Washington-Palme von 6 m Höhe gab’s für rund 1500 Euro, und nicht weit davon für 300 Euro. Preisunterschiede von 1500 Euro für nahezu identische Bäume sind gang und gäbe und ich merkte es, als ich eine Dattelpalme suchte (ich liebe die Früchte!) und eine für 550 Euro bekam, obwohl eine andere Gärtnerei sie mir für 2500 Euro angeboten hatte – übrigens auch so um die 5 m.Was tun? A bisserl rumfahren und den Vierstelligen heimlich den Vogel zeigen …

Eine attraktive Waldbrand-Warnung …!

Hübsch und eine gute Idee …

DIE REGIERUNG DER BALEAREN HAT DIESEN STICKER DRUCKEN LASSEN – mit gezeichneten Dramen, schön bunt und groß wie Joghurtbecher-Deckel. Gleich mit der dicken Notrufnummer 112 und den (angeblichen) Hauptursachen für die Brände in den Baumbeständen: Feuerwerk, Zigarettenkippen aus dem Auto werfen und Grillen. Es wird erwartet, dass die Insulaner (Residenten und Leihwagenmieter) die Sticker auf ihre Autos pappen und die Verbote verinnerlichen. Ob’s hilft, steht noch nicht fest, den Versuch ist’s aber wert.

 

 

 

Eine bewaldete Insel …

 

Wald wohin man blickt – vom Sant Salvador bei Felanitx fotografiert!

ALS ICH VOR 56 JAHREN AUF MALLORCA ANKAM, war die Insel kahler! Es gab deshalb kaum Wald- brände und richtige dichte hohe nach Harz duftende Baumver- samm- lungen, in denen man schattig und auf Nadelteppichen spazierengehen konnte, hatten sich nur in den Tälern der Tramuntana gehalten. Das ist jetzt anders: Einen Teil meines Grundstücks z. B. haben sie, weil in dem halben Jahrhundert Gestrüpp auf Baumformat anwuchs, mit einem Federstrich zum Naturschutzgebiet gemacht (wodurch es kommerziell wertlos wurde, aber ökologisch ein Schatz ist). An den Berghängen der Levante prangt dichtes Grün mit richtigen Wipfeln und darin leben wieder verschollen geglaubte Tiere wie  Gineta, Fuchs, Uhu und Triel. Man sieht, dass die Insel ihren Charakter verändert, wenn man aufmerksam anfliegt, aus dem Touristenbomberfenstern, und – das sei hier mal mit Nachdruck gesagt – auch die nahezu 30 Golfplätze haben das enorm befördert! Und ich könnte jetzt, im Schatten mindestens 10 m hoher Kiefern, 10 km weit von Zuhause nach Felanitx wandern – bei praller Sonne unbeschadet ohne Hut! Tja, mehr als diese positive Entwicklung wollte ich nicht vermelden …

Der blühende Blödsinn mit der Mandelblüte …

Sie blühen rosa …
… und sie blühen weiß

SEIT JAHRZEHNTEN WIRD UNAUSROTT- BAR BEHAUPTET, dass Mandelbäume, die rosa blühen, bittere Mandeln tragen! Dass die süßen Mandeln, die wir alle so lieben als aromatische Nuss (die neuerdings auch zu einem köstli- chen Mehl verarbeitet werden!), nur von Bäumen mit weißen Blüten stammen. Das stimmt einfach nicht, das ist einer jener Irrtümer, die durch Reiseführer und andere Bücher geistern, durch Abschreiben gebetsmühlenartig wiederholt werden und bei Besitzern von Mandelbäumen (ich bin einer) Kopfschütteln auslösen. Es ist ganz einfach so, dass keiner weiß, welcher Baum bittere Mandeln hervorbringt, und mein Nachbar Jaume, der Felder mit Hunderten von Mandelbäumen hat, behauptet sogar, süße und bittere Mandeln könnten an demselben Baum wachsen, und bestimmte Mandeln könnten in einem Jahr süß sein, im nächsten bitter. Das allerdings glaube ich ihm nicht, obwohl er es unbestreitbar wissen müsste. Fazit: Die kategorische Formel „Rosa ist bitter“ ist jedenfalls Blödsinn. Und nun? „Auf Wiedersehen“ im nächsten Jahr um die gleiche Zeit …

In dichten Wäldern schwelgen …

Der Wald rund um Son Macia …
… und am Mola de Fangar

ALS MEINE GROSSMUTTER VOR 60 JAHREN NACH MALLORCA KAM, war die Insel ziemlich kahl. Man hätte sebst in der Tramuntana Schwierigkeiten gehabt, länger als 10 Minuten durch dichten Wald zu wandern. Ich versichere Ihnen: Heute ist das anders – besser! Man kann stundenlang durch Landschaften gehen (wenn sie nicht privat sind), die eher Dschungeln gleichen. Sie sind so dicht, dass man kaum die Sonne erblickt und sich in diffusem, grünen Licht bewegt. Das haben die Naturschützen fertig gebracht („Muchas gracias!“) und als Beispiel nenne ich die Wälder rund um den Mola de Fangar (zwischen Felanitx und Manacor), die Hänge des Galatzo und das Tal von San Macia (im Osten). Es gibt an der Straße M-4014 zwischen Portocolom und Portocristo, auf der Höhe der rechts liegenden, wunderbaren Hacienda Sa Plana, einen Auslug nach links, da meint man, Finnland zu sehen – kilometerweit und bis zum Horizont nichts als lückenlose Nadelbäume! Das Geschrei der Baum-Freaks, die Insel werde abgeholzt, ist längst hohles Getöse, hat aber viel bewirkt …

Da erntet einer Flaschen – oder was?

DAS SIEHT MAN JETZT ÜBERALL: Bäume voller weißer Plas- tikflaschen! Zuerst dachte ich, da würde Obst geschützt bis zur Reife, wie die Äpfel in Calvados. Hässlich, aber effektiv. Aber mein Nachbar Jaume klärte mich auf: Die weißen Flaschen sind Insektenfallen und man benutzt diese, weil Glasflaschen zu schwer sind! Da hat der Bauern in jede Flasche eine faulende Orange oder Feige reingesteckt, dazu ein bisschen Killer-Chemie, die Moscas, Avispas und sogar die Palmrüssler werden unwiderstehlich angezogen, klettern in die Flaschen (die mit einem raffinierten Verschluss versehen sind) und kommen um. „In schlimmen Insektenjahren wie 2017“, sagt Jaume, „ist das eine sehr wirksame Methode, unser Obst am Baum zu schützen“ – und die Schädlinge weiter zu vernichten, wenn die Früchte abgerntet sind. Wat nich all jibt auf dieser Insel, dachte ich …

Versuch’s doch mal mit der Garballo!

Garballo 3Garballo 2Garballo 1KLAR, WENN ICH MIR EIN PALAIS MIT PRACHT-AUFFAHRT BAUE, möchte ich eine Königspalmen-Allee haben! Die sind aber 1. sehr teuer und 2. sehr empfindsame Gesellen. Dass sie das raue Klima der Insel schlecht vertragen, sagen einem die Gärtner natürlich nicht, denn die Gewinnspanne ist bei den Riesen gewaltig. Aber ich kenne Menschen, die sich bereits den dritten Satz Allee-Palmen zulegen mussten, weil die zwei vorigen eingegangen waren – nach nicht mal einem Jahr und Kosten von jeweils rund 25 000 Euro bei 10 Palmen! Denn natürlich wurden Bäume mit mindestens acht Meter Höhe gewünscht, man möchte ja nicht über 70 sein, wenn die Allee endlich majestätisch aussieht. Der Ausweg: die bescheidene, klimatisch fitte und dankbare Garballo, die einzige „eingeborene“ Palma Mallorcas (auf Deutsch: Zwergpalme, lateinisch: Chamaerops humilis). Ein etwas rätselhafter Baum, der bis zu 2.50 m hoch werden kann, aber aus nicht nachvollziehbaren Gründen auch gern in die Breite wächst und dann ein stattlicher Busch ist. Ich habe eine in meinem Patio, die beschlossen hat, bei 80 cm Länge stehenzubleiben, nicht dick zu werden und eine Königspalme im Miniformat darzustellen. Bittesehr! Wer also viel Geld sparen und dazu noch eine authentische Palma im Garten (oder sogar auf dem Balkon) haben möchte – GARBALLO! Man sagt sogar, dass man sie nach Deutschland exportieren kann, denn Kälte vertragen sie, die ja auch durch die oft eisigen Winter der Insel müssen …