Finca

Ganz schlechte Nachrichten …

Von solchen Schlagzeilen sollte man sich nicht täuschen lassen …

… VOM IMMOBILIENMARKT! Zwar lese ich dauernd, wie erfreulich (für wen?) die Preise anzögen, aber scheinbar gilt das nur in schicken Urbanisationen und mitten in Palma. Draußen auf dem Land stürzen die Preise so ab, dass einem Angst und Bange wird, wenn man dort etwas besitzt (wie ich), und ich weiß von ganz Schlauen, die sich jetzt Pracht-Immobilien in der Provinz schnappen. So kaufte ein Berliner Banker einen zu Manacor gehörenden, ummauerten Besitz mit Herrschaftsvilla, Gästehaus, Vierfach-Garage, 25 x 7 m-Pool, Außenküche, 7000 qm Grund und Meerblick für … – lächerliche 450 000 Euro!!! Und das 300 m von der Hauptstraße und 4 km vom nächsten Ort entfernt! Ein Arzt aus Bayern zahlte nur 400 000 Euro für eine alte, aber bis zuletzt bewohnte Finca auf 20 000 qm Land (!) mit eigener Quelle und reichem Bestand an Mandel-, Feigen- und Olivenbäumen. Das sind Liegenschaften, die hätten vor 2 Jahren noch mindestens 1 Million gekostet. Grund: Die Leute brauchen Geld und zwar schnell und cash …

Vielleicht geht ja was in Grünwald …

… DACHTE SICH DER VERKÄUFER DIESER FINCA und inserierte sie für 1.95 Mio. Euro im Heimatblättchen („Isar-Anzeiger) einer der reichten Gemeinden Deutschlands, in Grünwald bei München – zwischen lokalen Handwerkerangeboten und Impf-Nachrichten des Rathauses, aber da, wo die meisten Millionäre wohnen! Ob das was bringt? Das bezweifle ich, denn dazu ist die Annonce 1. zu vollmundig (Wein, Zitronen, Pferde, Olivenbäume, malerischer Rundblick), und 2. gleichzeitig zu ungenau formuliert (alles ist nur „möglich“, wie lang ist „fußläufig“, wo liegt die Immobilie, da der Flughafen weiter ist als Palma). Aber einen Versuch ist’s wert, das Blättchen freut sich über jede Einnahme und der Anbieter ist so problemlos direkt bei der Sache, dass er den Interessenten seine Telefonnummer angibt (die ich abgeschnitten habe).

Das Symbolbild der Seuche?

ICH DENKE, DAS IST ES – und wieder stammt es vom großartigen  Schweizer Künstler Max Reiser, den der Virus in St. Moritz erwischt hat und daran hinderte, die Feiertage und den Jahresrutsch auf seiner Finca in Mallorca zu verbringen. Aber da er zu den denkenden Kreativen gehört (und die Quarantäne hervorragend nutzt), hat er diesen 120 x 100 cm große Bild gemalt und „Ende des Leidens“ getauft. Kein unbedingt fröhliches Werk (da hat einer die Krankheitstage abgezählt, und zwar altersbedingt im Angesicht des Todes  …), aber heiter war das ganze Jahr nicht; und wenn man sich den Titel auf der Zunge zergehen lässt, dann könnte man das Gemälde als Epitaph auf Corona verstehen, und das macht doch Hoffnung …

Verrückte Souvenirs: Wat nich all jibt … (3)

ICH HABE MICH MAL UMGESEHEN – und wirklich Erschütterndes entdeckt! Deswegen werde ich in loser Folge jeweils drei verrückte Souvenirs vorstellen. Verrückt auch deshalb, weil viele dieser Mitbringsel nicht das geringste mit Mallorca zu tun haben. Wobei ich aber durchaus ein paar Dinge gefunden habe, die auch ein vernünftiger Mensch gebrauchen kann. Die Preise habe ich weggelassen, da sie geradezu grotesk variieren. Viel Spaß mit dem Touristen-Schnickschnack von der Insel …

Finca
Eierbecher
Cocktailgabeln

Draußen kochen wird zum Hit!

Sie kann so aussehen …
… aber auch so!

AUF DEN NOBLEN FINCAS WIRD OPEN AIR GEKOCHT! Und mittlerweile gibt es bomfortionöse Außenküchen auch auf nicht so noblen Besitzungen, denn 2019 scheinen diese kulinarischen Luxus-Immobilien den schlichten Grill- platz abgelöst zu haben. Mit stählernen Doppelspülen, ins Mauerwerk eingegra- benen Kühlschränken, Sitzgruppen für bis zu 12 Personen, Theken mit Kühl- truhen für die Getränke, integrierten Grillrosten, Backröhren und Mikro- wellen, das Ganze schützend überdacht wie religiöse Andachtsstätten, beheizt und geschmückt mit Wandbildern, die Archäologen in 1000 Jahren als Kunstwerke bestaunen werden. Die Ausstattung ist so aufwendig, dass man die Außenküchen auch im Winter nutzen kann – aber sicher in den Übergangszeiten. Ob’s sie nur eine Marotte der Situierten sind, wage ich (noch) nicht zu beurteilen, ich stelle nur fest, dass sie gerade so populär werden wie Pakete zu verschicken, statt mit Ge- päck zu fliegen …

Alte Dachziegel nicht wegwerfen!

Ziegel 1ZIegel 3ICH HABE EINEN FEHLER GEMACHT,ZIegel 2 ich habe die alten Dachziegel, als meine Hütte neu gedeckt wurde, dem Baumeister mitgegeben und war noch dankbar dafür! Ich hätte sie behalten sollen, denn allmählich begreife ich, dass sie wiederverwendbare Antiquitäten sind. In der „Mallorca Zeitung“ fand ich z. B. folgende Anzeige: „ALTE mallorquinische Dachziegeln, ca. 1100 Stück, Stückpreis 0,30 Euro. Tel. 971 …“. Das macht insgesamt 330 Euro! So viele hatte ich auch auf dem Dach – und vor ein paar Tagen ließ ich mir von meinem Freund Xim, der mit Baumaterial handelt, sagen, dass immer wieder Leute zu ihm kommen, die speziell nach Secondhand-Dachziegeln fragen, weil sie nicht wollen, dass ihre neue Finca oben wie gelackt aussieht. Die wollen die alten, die bemoosten, angestoßenen Ziegel mit Patina haben. Da habe ich wieder etwas gelernt, und dann habe ich Xim gefragt, wieviel so ein antikes Stück in bester Erhaltung bei ihm kostet, und er hat gesagt: „Ein bis drei Euro!“ Weil Leute, die aus den alten Dachziegeln Lampenschirme machen wollen, ganz besonders gut erhaltene Stücke suchen und die sind natürlich teurer …

Pa amb oli ja – aber wie?!

Pa amb oliDAS IST EINE MALLORKINISCHE GLAUBENSFRAGE, die im Sommer 2016 einigermaßen klar beantwortet wurde – durch eine Umfrage des Institut de Qualitat Alimanteria, des Kaufhauses Corte Ingles und der Vereinigung Oli de Mallorca. Dass Pa amb oli, das knackige Brot, beträufelt mit Olivenöl und eingerieben mit frischen Tomaten, das traditionelle ländliche Frühstück und die übliche Brotzeit der Handwerker ist, geschätzt auch von Touristen in hochbelegten Sandwich-Varianten und Residenten auf ihren schattigen Finca-Terrassen, daran besteht kein Zweifel. Aber wird das Brot nun zuerst mit Öl getränkt und dann mit der Tomate rot geschrubbt, oder umgekehrt? Die Umfrage hat ergeben, dass 1. die überwältigende Mehrheit von 76 % der Mallorkiner Pa amb oli mindestens einmal pro Woche essen, dass 2. immerhin 61,4 % die Tomate vor dem Öl drauftun, und 3. nur 9,7 % das Öl vor der Tomate. Was die restlichen 28,9 % machen, stand leider nicht in der Studie. Aber egal: Folgen wir den Traditionalisten und gießen wir das Öl über die Tomaten-Schleifspuren auf dem Brot. Das scheint Sinn zu machen …

Anklicken – hingehen!

Das „Gesicht“ des Blogs …

ES IST EIN BLOG, aber eigentlich ein auf Aktualität und Anspruch bedachtes Veranstaltungsprogramm. Vorgestellt werden Termine der hehren Kultur, es sind Perlen darunter – und ich schätze besonders Abende, die auf privaten Fincas stattfinden. Betreiber des Blogs – und Organisator der meisten genannten Events – ist der Journalist Martin Breuninger, Kulturredakteur beim „Mallorca Magazin“ und Verfasser des sehr lesenswerten Büchleins „Mallorcas vergessene Geschichte“ über die dramatische deutsche Emigranten-Szene der frühen 30er-Jahre. Die Seiten sind sehr hübsch gestaltet, angenehm übersichtlich, zeugen von hoher Kennerschaft und man sollte sie regelmäßig anklicken – egal, ob man als Tourist oder Resident auf Mallorca ist. So kommt man rein: www.mallorca-cultura.com