Hafen

Ausgerechnet jetzt – Curling …

So berichtete die „Mallorca Zeitung“ darüber …

EIGENTLICH: WARUM NICHT? AKTUELL: NICHT GANZ BEI TROSTE! Das sage ich zu der Meldung, dass sie in Port Adriano drei Curling-Bahnen eröffnet haben. Die Vielfalt der Insel wird dadurch zwar erweitert, aber das Kontaktverbot gilt doch auch für derlei geselligen Sport (mal von den Kosten für die Anlage gar nicht zu reden), und da frage ich mich: Was soll das? Gibt’s nichts Dringlicheres? Und das alles für die paar Ausländer, die schon mal einen Curling-Stein in der Hand hatten? Oder Neulinge, die es mehr oder weniger alleine ausprobieren müssen. Port Adriano ist zwar der rührigste, unterhaltsamste aller Insel-Häfen und die Tramuntana prangt in weißer Pracht, aber Curling …  – Nette Idee, falscher Termin …

Ich mach‘ mir ja sonst nichts aus Postkarten …

Nr. 1
Nr. 4
Nr. 2
Nr. 3

… ABER ENTDECKE DANN DOCH IMMER WIEDER EINIGE, die mich ins Grübeln bringen. Die kauf‘ ich dann, und der Grund ist der optische Beweis, wie gewaltig sich Mallorca verändert hat, und einiges fast noch unter meinen Augen & Füßen. Ich zitiere als Beispiele nur mal diese alten Postkarten aus meiner Sammlung: 1 Die berühmte Kiefer an der Straße nach Deia, 1930 fotografiert und damals angeblich der größte Baum der Insel. 2 Port Soller um 1937 – ein stilles Paradies, aber mit einer erstaunlichen, heute verschwundenen Hafenanlage rechts an der Einfahrt. 3 Die „Neue Mole in Palma“, die fast aussieht wie der Jungfernstieg in Hamburg, um 1930. 4 Kathedrale & Almudaina, fotografiert um 1910 am Beginn des Borne.

 

 

 

 

Sie planen ein Museum in Portocolom!

Der Bericht im „Felanitx“

DAS HAT DER STADTRAT VON FELANITX EINSTIMMIG BESCHLOSSEN, es soll ein „Museu Maritim de Mallorca“ werden und am Hafen von Portocolom stehen. Ein Ge- bäude hätte man auch schon (die Lokalzeitung „Felanitx“ zeigt es sogar schon), die „Casa d’en De la Rosa“ (sorry, schlecht erkennbar auf dem Scan), Ausstellungsstücke liegen zu Tausenden in Depots herum und nun fehlt nur noch die Bereitschaft der Regierung bzw. der balearischen Hafenbehörde. „Wir möchten ein weiteres Stück Kultur in unsere Gemeinde bringen“, heißt es in dem Beschluss, und ein Seefahrt-Museum in einem so schönen und derart – zu Wasser und zu Land – gut besuchten Hafen würde Sinn machen.

 

 

 

Schiff ahoi! Besen gehisst …

Eine Seefahrt, die ist (auch auf Mallorca) lustig …

EIN KLEINES NAUTISCHES STILLLEBEN, KANN RUHIG AUCH MAL SEIN! Entdeckt habe ich es im Hafen von Portocristo: Da hat ein ein sehr reinlicher Kapitän, so wirkt es, seine kleine Yacht an der Mole vertäut und nach getaner Arbeit seine drei Besen am Mast aufgepflanzt. Dekoriert mit der spanischen Flagge und zwei Balearen-Wimpeln. Ein Besen ist ein Feudel und die beiden anderen dienen wohl, so unterschiedlich wie sie sind, dem trockenen und nassen Putzen. wenn der Capitano ausläuft, wird er seine Escobillas sicher unter Deck verstauen, nehme ich an, denn sonst wäre ihm der Spott der anderen Boatpeople gewiss!

 

 

 

 

Ein bisschen nutzlose Nostalgie …

Der Roman als Taschenbuch

SOWAS IST DOCH AUCH MAL HÜBSCH! Da entdeckte ich einen Prospekt aus dem Jahr 1889, in dem Portocristo und Portocolom (die damals beide zu Manacor gehörten, und Portocolom noch mit -n geschrieben) noch bedeutende Häfen der internationalen Dampfschifffahrt waren. Wöchentlich verkehrten die „Hernestina“ und die „Victoria“ zwischen den beiden Insel-Orten und der südfranzösischen Stadt Sete („Cette“ oder „Seta“ genannt) und legten auf ihrer Route in Palma und Barcelona an. Kurios? Ja, denn keiner weiß das mehr, und Dampfschiffe laufen auf Mallorca heute nur noch Palma und Alcudia an (in Gestalt von Kreuzfahrern, Fähren und Frachtern). Die Verbindung scheint damals jedoch so populär gewesen zu sein, dass der berühmte Schriftsteller Jules Verne seine Helden in „Clovis Dardentor“, dem einzigen seiner Romane, der auf Mallorca spielt, in Sete an Bord gehen lässt für die Fahrt nach Palma! Übrigens ein Buch, das in keiner Finca-Bibliothek fehlen sollte, zudem ist es witzig mit Stichen illustriert …

 

 

Muscheln mal anders in Portocristo!

Quince 2Bildschirmfoto 2016-09-05 um 06.50.03Quince 4EINS VORNEWEG: Das „Quince“ in Portocristo ist ein simples Lokal, kein Gourmetladen. Direkt am/über dem s-förmigen Fjord-Hafen, in einer langen Reihe unmittelbar aneinender grenzenden Gaststätten, mit einer übersichtlichen Speisekarte und touristischem Stoßverkehr. Teuer/billig? Mehr als 20 Euro kostet nichts und für 12 Euro ist man gut dabei. Parken? Geduldige haben immer Glück! Aber mir geht’s gar nicht so sehr ums Lokal, als vielmehr um das Gericht, das auf dem zweiten Menüblatt an zweiter Stelle steht: „Mejillones carbonara“ Miesmuscheln in Sahnesoße mit Speck, Gemüse, Quince 3Knoblauch und einem Schälchen Pommes. Eine reichliche Portion (die auf dem Tisch appetitlicher aussieht, als auf dem Foto l.), serviert im Alu-Kochtopf und eine Entdeckung für 18.50 Euro. Wenn man in Portocriosto ist (Drach- und Hams-Höhlen, Sonntagsmarkt auf der Mole, byzantinisches Taufbecken in der Oberstadt), dann lohnt sich ein Besuch im „Quince“ allein schon wegen dieser Muscheln, die es sonst nirgendwo in dieser ungewöhnlichen Raffinesse gibt.

Geöffnet: 12.30-22.30 Uhr. Adresse: Carrer Veri, 1. Telefon: 971/ 82 18 30. Website: www.restaurantequince.com