Kneipen

Mein CORONA-Tagebuch: Ratten!

ICH SAGE EUCH, DA KOMMT ETWAS AUF UNS ZU! Heere von Ratten! Man weiß, dass sie, wenn die Hotels und Restaurants offen sind, sich um die Müllplätze drängen. Zu Millionen! Und wenn die Betriebe im Herbst schließen, wandern sie in die Villenviertel und zu den Fincas, weil dort noch Menschen leben und Abfall produzieren – und Wasserleitungen offen sind gegen den Durst. In der Corona-Krise sind die Hotels und Kneipen zu und da werden die Ratten schon jetzt tun, was sie sonst nur im Winter machen: zu den Eigenheimen ziehen! Das ist leider so und vom Ratten-Standpunkt aus kann man’s sogar verstehen. Und jetzt denke ich an die von den Ausländern verlassenen Villen, in denen zwar keine Nahrung zu holen ist, aber ungestörtes Wohnen mit sicherer Kinderstube garantiert ist – auch das ein edles Gut für Ratten. Das Corona-Virus werden sie ja wohl nicht verbreiten, wie einst die Pest, aber wie kriegt man sie wieder raus aus den Gemäuern und dem Gebälk, wenn die Krise vorbei ist?

… und nun auch noch Mario Basler!

Nun wird’s auch ihn erwischen …

TJA, UND ES MÜSSTE SCHON EIN WUNDER GESCHEHEN, wenn endlich mal die Gastronomie eines Prominenten nicht schon bald pleite gehen  und geschlossen würde! Reihenweise haben diese Herrschaften geglaubt, auf Mallorca genüge es, unter seinem Namen eine Kneipe zu eröffnen – und dann würden die Menschen nur so reinströmen. Pustekuchen! Ein paar Sosolala-VIPs erscheinen zur Vernissage, Fußvolk drängt zu Gratisdrinks, nach drei Tagen ward der prominente Wirt nicht mehr gesehen, weil sein Etablissement in Arbeit ausartete, dafür hatte er ja seine Leute. Die beschissen ihn nach Strich & Faden, der Geldgeber wollte nach ein paar Wochen was in der Kasse sehen, der Prominente hielt seine Kneipe bald für eine Zumutung (und die Menschen, die nicht mehr kamen, weil sie plötzlich ihre Drinks teuer bezahlen mussten, für Ars … cher) und – weg war er. Gerupft & gebeutelt und nur noch gut genug, bei VOX oder ProSieben als als Vorführmodell des tapferen Scheiterns über den Bildschirm zu schleichen, was – nun ja – wenigstens noch ein paar Euro in den Beutel fließen ließ und die TV-Prominenz bestätigte. Und nun also Ex-Fußballer und Experten-Wanderpokal Mario Basler mit einer „MB 30 Lounge“ in Cala Rajada. Er würde sogar selber anwesend sein, sagt sein Partner. Ach was! Im Mai (2019) soll’s losgehen. Wollen wir wetten, dass spätestens im Herbst (2019) eine Immobilie in Geschäftslage frei wird in Cala Rajada? Mallorca ist nämlich eine kluge Insel, die lässt sich nicht bescheißen. Hier hat nur Erfolg, wer genauso diszipliniert ist wie die einheimischen Unternehmer. Hat nicht dieser Jens Büchner (oder wie auch immer er hieß) das Paradebeispiel abgegeben? Von der Sorte könnte ich noch ein Dutzend nennen: Katze, Katze’s Mutter, Rocchigiani

Wer hat bloß all die Bars ruiniert …?

ICH KANN MICH NICHT ERINNERN, dass ich – außerhalb von Palma – je in einer Bar gewesen wäre, in der ich mich wohlgefühlt habe. Ich hab mal rumgefragt im Freundeskreis – und hörte die gleichen Klagen. Eiskaltes Neonlicht wie in einer Leichenhalle, gierig klimpernde Spielautomaten, ein plärrender Fernseher an der Decke, lieblos gedeckte, verkleckerte und mit Liloleumtüchern belegte Tische, die halbe Bar ein Vorratsraum, zerfledderte Kalender als Wandschmuck, arbeitslose Morgensäufer in Plastikstühlen – in so einem Etablissement kann sich doch nicht mal der eigene Wirt wohlfühlen, selbst wenn das Geschäft boomt! Das muss früher anders gewesen sein, hübscher, heimeliger, gemütlicher. Und was war dann der Anlass, auf hässlich zu renovieren? Geschah das in den 60er-Jahren? Touristen können daran endlich mal nicht schuld gewesen sein, das haben die Mallorkiner nun wirklich sich selbst zu verdanken. Und dass es allein seit 2010 sage-und-schreibe 600 Bars weniger gibt auf der Insel, mag wohl auch an der neuen Scheußlichkeit liegen. P. S.: Weil die Bars so grausig aussehen, zeige ich ausnahmsweise mal kein Foto. 

Siphon-Flaschen: Ein sehr spezielles Hobby …

Eine neuere Flasche …
… ein Super- Exemplar …
… mit gravier- tem Glas …
… und ein Klassiker

MAN VERWENDETE  SIE MAL AN JEDEM GEDECKTEN TISCH UND ALLEN THEKEN, heute zischen damit nicht mal Kneipen der alten Art. Es war ja auch lästig, wenn man Sprudelwasser aus diesen Flaschen hebelte und nur noch die Hälfte des Getränks im Glas blieb, unter soviel Druck stand der Siphon! Aber es gibt sie noch, und – kaum glaublich – leere Flaschen werden sogar aufgeladen, man muss sich nur erkundigen nach den traditionellen Firmen in den Schnapshandlungen, in denen man sich Wein aus dem Fass abfüllen kann (siehe meine Posts). Siphon-Flaschen sind ein Sammelgebit geworden, weil die Glasbehälter oft fein und schön graviert wurden, der Hebelmechanismus historisch dekorativ ist und die Werbung selbst auf Plastik-Mäntelchen ordentlich was hermacht. Ich kennen einen Deutschen, der hortet auf seiner Finca fast 200 Stück – und er schnürt durch die Flohmärkte wie ein Jagdhund nach vom Himmel geschossenen Rebhühnern. Ich zeige hier mal ein paar aus meiner eigenen Sammlung. Da steckt schon viel Authentisch-Nostalgisch-Mallorkinisches drin …