Verzeihung, gnädige Frau …

... ABER IHRE KLAGE IST GEGEN DIE GUTEN SITTEN! Sie (eine gewisse Katja Th.) beschweren sich darüber (in einem ellenlangen Leserbrief), 1. dass Jäger in Ihrem Wohngebiet laut knallen mit ihren Flinten, und 2. Ihren geliebten Kater erschossen haben, mit dem Sie, schreiben Sie, das Bett teilten. Diesen Tiermord finde ich auch furchtbar, und der Typ, der das getan hat, gehört vor Gericht! Aber eins muss ich Ihnen leider sagen: Sie können sich nicht in der Fremde ansiedeln („Ich bin vor vielen Jahren nach Mallorca aufs Land gezogen …“) und dann den Einheimischen vorschreiben, wie sie sich zu benehmen haben! Das ist zwar typisch deutsch (andere marschieren in der ersten Reihe der Demonstranten gegen Stierkampf, Autobahnen und Zersiedelung). Auch wenn wir mit Ihnen um Ihren Kater trauern – die Mallorkiner gehen seit der Erfindung des Schießpulvers auf die Jagd, also seit rund 800 Jahren, die wird strengstens kontrolliert, und wenn Sie sich beschweren, dabei würden „kleine Vögel“ erlegt, so ist das Unsinn: Ich versichere Ihnen, dass von einem Finken oder einer Drossel nichts übrig wäre, würden sie von einer Schrotladung oder Kugel getroffen. Die Jäger gehen zu 90 % auf Turteltauben (wofür ich sogar dankbar bin) und Rothühner, vergleichbar unseren Rebhühnern. Also hören wir „Quadratschädel“ auf, uns wie Deutsche in den ehemaligen Kolonien aufzuführen! Der Kauf einer Immobilie gibt uns noch lange nicht das Recht, uns auch im Ausland wie Sittenwächter aufzuspielen. Wir sind und bleiben GÄSTE und so sollten wir uns auch benehmen, und ich gehe sogar so weit, dass ich meine, Sie sollten als Ausländerin wegziehen statt die mallorkinischen Jäger zu vertreiben zu wollen, denn Sie sind ja in deren Revier eingedrungen …

Verzeihung, gnädige Frau …
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